SCHLOSS KANNAWURF
1221 erste urkundliche Erwähnung Kannawurfs -
erste namentliche Erwähnung eines
Schloßgutsbesitzers "Albert de
Canneworfin" - die Bedeutung des
Namens ist vielfältig und umstritten
nach 1350 die Kannawurfer verlassen und
veräußern ihren Besitz
bis 1539 Belehnung der Familie Reiche mit dem Schloßgut
1539 Einführungsjahr der Reformation für die ämter
Sachsenburg und Eckartsberga
ab 1539 Belehnung der Familie Vitzthume von Eckstädt
1563/1564 Bau des Schlosses im Renaissancestil unter
Georg II. V. v. Eckstädt - die formalen Parallelen plastischen
Schmuckes und die Ausformung von Blendarkaden deuten auf
niederländische Vorbilder hin.
1586 der Turm in der Ostwand erhält eine Glocke mit
Schriftband und Wappen derer von Eckstädt
seit 1631 Truppendurchzüge mit Plünderungen und Morden
im 30-jährigen Krieg - auch der Besitz der Vitzthume von
Eckstädt bleibt nicht verschont
1685 große Verschuldung der Vitzthume von Eckstädt
führte zur Versteigerung des Schlosses - die Familie von Bose
erwirbt es für 30857 fl.
1717 Carl Friedrich v. Bose stirbt - seine Söhne Carl Gottlob
und Hans Carl werden mit dem Schloß beliehen und beginnen mit
dem großen barocken Umbau - so wird u.a. die Traufe erhöht und
ein durchgehendes 2. OG geschaffen, teilweise werden die
Zwerchhäuser zu Zwerchgiebeln - es entstehen kleingliedrige
barocke Innenräume mit profilierter Stukkatur und zusätzlichen
Heizstellen.
1726 am 16. April wird das Schloß per Vertrag für 43000 Rthlr. an
Christian Otto v. Helmholt verkauft - bis 1769 bleibt es im
Familienbesitz.
1733 erst jetzt wird die Dachkonstruktion im Südflügel verändert -
gleichzeitig wurde an der hölzernen Galerie der Schildmauer
gearbeitet
1753 eine Karte von Thüringer Kreisen imKurfürstentum Sachsen
weist "Cannawarff" als ein amtssäßiges Dorf mit Hauptkirche
Rittergut, Gasthof, Herren Schäferei, Wassermühle und Braurecht aus.
1769 - 1839 das Schloß wird von den Familien Berbisdorf und Protzig
verwaltet - seit 1829 verwaltet es Ernestine von Ostrovsky
1791 der Turm erhält einen neuen barocken Helm mit Schiefer-
verkleidung
1816 das Dorf kommt unter preußische Verwaltung
1839 im November wird das gesamte Schloßgut samt Kirchen- und
Schulpatronat an das Fürstenhaus Schwarzburg-Sondershausen
verkauft - dieses setzt Verwalter auf der Schloßdomäne ein
1841 Putzinschrift im östlichen Giebel des Südflügels kündet von
größeren Erneuerungen
1859 wird ein neues, 1853 von dem Turmuhrbauer Kühn aus
Gräfenroda gefertigtes, schmiedeeisernes Uhrwerk eingebaut.
1860 mit Karl Kleemann als Verwalter beginnt eine rege Bautätigkeit -
Wirtschafts- und Stallgebäude werden um das Schloß herum errichtet.
1904 Ausbesserungsarbeiten an den Fenstergewänden sind
gesichert.
1911 der Turm erhält eine neue Spitze mit einer Blechkugel.
1914 wird das Schloß Eigentum des Landes Thüringen und damit
Staatsdomäne - die Verwaltung durch die Kleemanns blieb zunächst
erhalten.
1945 unter sowjetischer Besatzung verließ der letzte Kleemann die
Zone - die Herren Berghoff und Seidel führten bis zur Umwandlung der
Domäne in ein Volkseigenes Gut (VEG) die Verwaltung weiter - Teile
des Schloßgartens fielen später neuen Wirtschaftsbauten zum Opfer -
Jahre des zunehmenden Verfalls beginnen.
1991 nach Verfall und teilweisem Einsturz beginnt der Wiederaufbau
mit ersten Sicherungsarbeiten und baugeschichtlichen Untersuchungen.
1993 konnten der Turm einschließlich Haube repariert, das Dach
über dem ruinösen Nordflügel geschlossen und große Teile der Böden
und Keller vom Schutt beräumt werden.
Öffnungszeiten:
ab Ostern - Ende September
Samstag, Sonntag und Feiertage: 14.00 - 17.00 Uhr
Weitere Informationen erhalten Sie beim:
Heimat und Interessenverein
Schloßplan 1
06578 Kannawurf
Tel.: (036375) 58806
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