Wassersport
Unterwasser-Spaziergänge
Ein wirklich einmaliges Erlebnis versprechen Ihnen die
Unterwasser-Spaziergänge, die weltweit außer in Mauritius nur noch auf den
Bahamas angeboten werden.
Für Ihre Meereswanderung brauchen Sie keinerlei Taucherfahrung mitzubringen.
Sie müssen nur einen großen Helm aufsetzen und ins Wasser gleiten. Ein
ausgeklügeltes System von Kompressoren, Luftbehältern und Ventilen an Bord des
verankerten Versorgungsbootes sorgt für eine ständige Lufterneuerung in Ihrem
Helm.
Das Wandern unter Wasser eröffnet besonders Kindern und Nichtschwimmern
einen Blick auf das erstaunliche Leben unter der Meeresoberfläche.
Unterwasserführer erklären die zahllosen Arten von Korallen. Es macht Spaß zu
beobachten, wie der Führer mit Brotstückchen Hunderte von Fischen herbeilockt
und mit einem Foto dieses wunderbare Ereignis festhält.
Unterwasserwandern ist nur in Grand Baie möglich. Das mit Kompressoren und
den nötigen Geräten ausgerüstete Boot ist beim nahen Pointe aux Cannoniers
verankert. Hier finden Wanderer das ganze Jahr über eine klare, ruhige See und
Massen von Fischen vor.
Genauere Informationen dazu erhalten Sie bei: Undersea Walk, Tel. 263 7820
oder 423 8822.
Wasserski, Windsurfen und Bootfahren
Die meisten Hotels besitzen ein eigenes Bootshaus und bieten eine Vielzahl
von Wassersportarten an. In den meisten Fällen steht die Ausrüstung den
Gästen kostenlos zur Verfügung. Sie können Wasserskifahren, Windsurfen oder
mit Tretbooten und Kanus das Meer erkunden. Ein Ausflug mit einem Glasbodenboot
garantiert Ihnen ein besonderes Vergnügen.
Segeln
Eine ganz andere Perspektive von Mauritius bekommen Sie, wenn Sie an Bord
eines Katamarans die Küste entlangsegeln. Eine wahre Flotte dieser eleganten
Boote steht für Ausflüge zu den unberührten und sonst unzugänglichen
Inselchen wie der ilot Gabriel und der ile Plate bereit. Die schnellen Boote
sind vor allem für Fahrten in den flachen Gewässern der Lagune geeignet.
Katamarane in allen Größen können Sie für Tagesausflüge, Kreuzfahrten
bei Sonnenuntergang, Touren mit einer Übernachtung oder ganze Wochenendtrips
chartern. Bei der Tagesfahrt dürfen Sie sich auf ein ungewöhnliches
Mittagessen freuen: Meist wird frisch gefangener Fisch serviert, der im Heck des
Bootes gegrillt wird. Auf einigen Jachten können Sie auch Schnorchel- und
Tauchausrüstung. Wasserskier, Angelausrüstung und Windsurfbretter mieten.
Ein ganz besonderes Erlebnis verspricht die Fahrt auf der Isla Mauritia,
einem Segelschiff aus dem 19. Jh, das von Yacht Charters angeboten wird.
Genauere Informationen erhalten Sie von:
Yacht Charters, Royal Road, Grand Baie, Tel. 263 8395, Fax 263 7814
Croisieres Australes, Gustave Colin Street, Forestside, Tel. 675 1453, Fax
675 6425
Croisiere Oceane, Trou d'Eau Douce, Tel. 419 2767
Aquarius, Royal Road, Grand Baie, Tel. 423 5566
Croisieres Turquoises, Riche en Eau, Tel. 631 9835, Fax 631 9379
Tauchen
In den Gewässern um Mauritius erwartet die Besucher eine verzauberte Welt:
Kleine Riff-Fische und große Räuber bewohnen eine Unterwasserlandschaft, die
vulkanisch geprägt und mit Korallen überwachsen eine ebenso reiche wie
vielfältige Gestalt besitzt wie ihr Pendant über dem Wasser. Riesige
Sandbänke, Felsadern, Vulkan- und Korallenriffe und steile, tiefe Böschungen
warten auf ihre Erforschung. Der besondere Reiz liegt im Detail. Es gibt
beispielsweise weitaus mehr Arten von Korallen und Fischen als im Roten Meer. Da
die Insel abseits der großen Schiffahrtsrouten liegt, bleibt die See von
starker Verschmutzung verschont. Im klaren Lagunenwasser können schon
Schnorchler faszinierende Einblicke in das Leben unter Wasser gewinnen. Doch
erst beim Flaschentauchen, beginnt die wahre Entdeckungsreise.
Seit einigen Jahren wird der Tauchsport auf der Insel besonders gefördert.
Beinahe jedes Hotel hat seine eigenen Tauchbasen, Tauchkurse werden angeboten,
und die faszinierende Unterwasserwelt der Insel findet auch international immer
mehr Beachtung. 1993 unternahmen 30 000 Touristen, also fast jeder zehnte, einen
Tauchgang an einer der 24 komplett ausgerüsteten Tauchbasen. Zehn Jahre vorher
waren es ganze zwölf!
Sie werden wie Pierre Szalay, Präsident der Mauritius Scuba Diving
Association (MSDA), der seit zehn Jahren in den Gewässern um Manritius taucht,
ins Schwärmen kommen: "Ich habe fast überall in der Welt gearbeitet, doch
Mauritius ist für mich immer noch das aufregendste Tauchrevier der Welt. Es ist
kein Ort der gigantischen Szenerien - wer den weiten, atemberaubenden Blick
sucht, ist im Roten Meer besser aufgehoben, auf Mauritius ist alles sehr
zierlich. Die Tauchgründe sind klein, und doch sieht man hier alles, was man
sich erträumt."
Die MSDA hat die Kontrolle und die Werbung für die einheimische Unterwasser-Branche
übernommen. Sie sorgt dafür, daß jede Tauchbasis von qualifizierten
Tauchlehrern mit mindestens zwei Sternen geführt wird, die nach den
internationalen Bestimmungen wie PADI, NAUI und BSAC entsprechend ausgebildet
und durch die CMAS, die World Underwater Federation, anerkannt sind.
Die MSDA arbeitet aktiv in den internationalen Tauchverbänden mit und
verfolgt aufmerksam jede neue Entwicklung. 1992 fand in Manritius der erste
medizinische Tauchkongress seit 12 Jahren statt, im September 1995 wurde ein
internationales CMAS-Treffen abgehalten.
Die Insel besitzt auch einen sehr aktiven lokalen Tauchsportclub, die
Mauritius Underwater Group (MUGS), in der Einheimische und Ausländer mit
Wohnsitz auf Mauritius Mitglied werden können.
Das mauritische Reglement schreibt vor, daß Besucher immer mit einem Lehrer
tauchen müssen, der die Tiefe und die unter Wasser verbrachte Zeit
kontrolliert. Die Taucher müssen von einem Boot begleitet werden. Zusätzlicher
Sauerstoffvorrat und ein Erste-Hilfe-Set sind entweder auf dem Begleitboot oder
in der Tauchbasis bereitzuhalten.
Wenn ein Taucher gesundheitliche Probleme bekommt, stehen drei speziell in
Tauchmedizin ausgebildete Ärzte zur Verfügung. In Vacoas in Zentralmauritius,
maximal eine Stunde Fahrt von jedem Punkt an der Küste entfernt, gibt es eine
Dekompressionskammer. Die örtlichen Gesetze schreiben vor, dass Taucher erst
nach einer medizinischen Untersuchung die Dekompressionskammer betreten dürfen,
die Tag und Nacht geöffnet ist.
In allen Tauchbasen kann die gesamte Ausrüstung wie Lungenautomaten,
Druckflaschen und Tarierwesten (BCDS) ausgeliehen werden; aber auch Taucher mit
eigenem Gerät sind willkommen. Die Tauchgebühren sind üblicherweise gleich,
unabhängig davon, ob Sie Ihre eigene oder geliehene Ausrüstung benutzen.
Die meisten Basen fahren zu Tauchgründen, die nur eine Stunde per Boot
entfernt sind. Dadurch sind zwei Tauchgänge pro Tag möglich (in der Hochsaison
manchmal auch drei). Begeisterte Taucher können am Morgen tauchen, mittags für
eine kleine Siesta zum Hotel zurückkehren und sich am Nachmittag wieder unter
Wasser begeben. Einige Tauchbasen veranstalten auch Nachttauchgänge; sonntags
sind die meisten geschlossen.
Die Hälfte der Tauchbasen veranstaltet ein oder zweiwöchige Tauchkurse. Die
PADI- und NAUI-Schulen unterrichten auf offener See, während die BSAC-Zentren
Anfängerkurse anbieten. Mauritius' flache Lagune ist ein ideales
Übungsgelände für Anfänger. Sie lernen das Tauchen direkt im Meer, nicht wie
zuhause im Swimmingpool. Ist der Kurs bestanden, wird meistens etwas außerhalb
des Riffs getaucht: dort herrschen Tiefen von 3-30 m, manchmal noch mehr.
Außer der Zeit im Januar und Februar, wenn Wirbelstürme über die Insel
fegen, können Sie auf Mauritius das ganze Jahr über Flaschentaueben. An der
Ostküste ist die See in den Wintermonaten Juli und August zu rauh zum Tauchen.
Die Hotels bringen ihre Gäste dann zu Tauchbasen im Norden.
Für alle Taucher gilt es zu beachten, dass ein Mindestalter von 16 Jahren
vorgeschrieben und ein ärztliches Zertifikat vorzuweisen ist. Wenn Sie noch
keine Tauchausrüstung besitzen, können Sie sich auf Mauritius bei Sun Sea Snow
Sports in Trou aux Biches (Tel. 261 51174) Taucheranzüge kaufen, die etwa ein
Drittel weniger kosten als die gleichen Modelle in Europa.
Wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen, steht einer Entdeckung der
faszinierenden Korallenwelt nichts mehr im Wege. Wegen der Wirbelstürme, die Mauritius
regelmäßig heimsuchen, bestehen die Riffe aus sehr groben Korallen. In
größeren Tiefen können Sie auch zierliche Korallen zu Gesicht bekommen.
Genauso vielfältig wie die Korallen sind auch die Muscheln, unter denen man
auch einige Endemiten wie die Conus barthelemyi findet.
Den besonderen Reiz machen die zahlreichen kleinen Riff-Fischarten aus, die
sich in den Gewässern um Mauritius und die Maskarenen tummeln. Nur an wenigen
küstennahen Stellen können Sie auch große Fische beobachten. Hummer und
Langusten sind überall anzutreffen. Einige der Fische sind einzigartig wie
beispielsweise der kleine schwarze Kofferfisch mit weißen Flecken, den man um
Mauritius häufig sieht und der sonst nirgends auf der Welt vorkommt. Seltene
Tropenfische dürfen auf Mauritius aber nur von drei Sammlern mit besonderer
Genehmigung gefangen werden, und auch das nur für wissenschaftliche Zwecke.
Jedes Jahr werden dadurch neue Spezies entdeckt, 1991 allein zwölf an der Zahl.
Einer dieser Sammler ist Daniel Pelicer, eine Art lebende Legende auf
Mauritius. 1991 veröffentlichte er eine Dokumentation seiner Arbeit unter dem
Titel Daniel and his Fish. Das Buch hat zahlreiche internationale Preise
gewonnen. Pelicer beschränkt sich darauf, nur wenige Fische einzusammeln, die
er nach ihrer Einordnung an Aquarien in aller Welt verkauft. Die durch ihn
gewonnenen neuen Erkenntnisse werden von Wissenschaftlern und Tauchzentren sehr
geschätzt.
Außer dieser Ausnahmeregelung für Sammler zählt auf Mauritius das Motto
der lokalen Tauchsportgemeinde: "Schau, aber berühre nichts." Seit
1971 ist es allen Tauchern und Schnorchlern verboten, Korallen oder Muscheln aus
dem Ozean zu holen oder Harpunen zum Fischfang zu verwenden. Die Küstenwache
übt seit Ende der 80er Jahre eine strenge Kontrolle der Einhaltung der Gesetze
aus. Mit kleinen Gummibooten kann sie sich auch innerhalb des Riffs bewegen und
die Aktivitäten in der Lagune überprüfen.
Noch bis 1980 war das illegale Fischen mit Dynamit an der Tagesordnung. Es
war leicht zu beschaffen, da es im Straßenbau benutzt wurde, und es brachte
schnelle Erträge. Doch die nicht wiedergutzumachende Schäden an den
Korallenriffen gingen ins Unermessliche. Inzwischen haben die Mauritier das
Problem erkannt und das Fischen mit Dynamit verboten.
Vor etwa 15 Jahren begann die Mauritius Marine Conservation Society (MMCS) damit,
alte Schiffe zu versenken, um anstelle der zerstörten, natürlichen Riffe neue,
künstliche Korallenwelten zu schaffen. Mauritius war das erste Land der Welt,
daß ein solches Programm beschloß. Die Arbeit der MMCS, die auch von der
UNESCO gewürdigt wurde, entwickelte sich zu einer richtigen Kunst, in derem
Gefolge ausführliche Studien über die lokale Unterwasser-Ökologie angestellt
wurden. Bislang wurden zehn Schiffe in Tiefen zwischen 20 und 40 in versenkt.
Ein Plan zur Schaffung eines unterseeischen Nationalparks steht kurz vor der
Realisierung. Der erste Meeres-Nationalpark soll in Baie aux Tortues, Balaclava,
an der Westküste eröffnet werden. Allerdings sind die Hotelplaner davon nicht
begeistert, denn der motorisierte Wassersport würde dann stark eingeschränkt
werden.