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ALLGEMEINER ÜBERBLICK
Mauritius und Reunion liegen mitten im Indischen Ozean, knapp
südlich des 20. südlichen Breitengrades und zwischen dem 55. und 58.
östlichen Meridian. Zusammen mit Rodrigues, 650 km nordöstlich von Mauritius
entfernt und politisch diesem zugehörig, bilden sie den Archipel der
Maskarenen, der sich durch vulkanische Tätigkeit aus einem unterseeischen
Hochplateau heraushob. Spuren dieser Tätigkeit sind auf Mauritius als der
älteren Insel nur noch rudimentär, auf Reunion jedoch immer noch aktiv zu
erfahren. Von den nächsten Küsten ist Mauritius weit entfernt: etwa 1`800 km
von Ostafrika (Mombasa), 2`000 km von Südafrika (Durban), 4`700 km von Indien
(Bombay), 6000 km von Australien (Perth), 850 km von Madagaskar und 1`800 km
von den Seychellen; Reunion liegt etwa 200 km näher zur afrikanischen Küste.

Topographisch zeichnen sich beide Inseln durch eine
vielfältige und reich gegliederte Landschaft aus, wobei das ältere Mauritius
wegen der Erosionskräfte und eines allmählichen Absinkens seine höchsten
Erhebungen bei etwas über 800 m hat, während Reunion bis zu 3`000 m aufsteigt. Zum Meer hin besitzt Mauritius eine knapp 200 km lange Küste, die
fast ganz von Korallenriffen umgeben ist und zum größten Teil aus Sandstrand
besteht. Auch Reunion hat Abschnitte mit Sandstrand, zeigt sich an der Küste
aber überwiegend schroff und wild. Mit 65 - 70 km Länge und 40 - 50 km
maximaler Breite sind die Inseln von bescheidener Ausdehnung und entsprechen
etwa der Fläche des Kanton Zürich.
Der historische Verlauf war auf Mauritius und auf Reunion
über weite Strecken parallel: Von Arabern vermutlich im 12. Jh. entdeckt und
von den Portugiesen im 15. Jh. zum erstenmal in den europäischen Horizont
gebracht, waren es die Holländer, die sich hier für eine kurze Zeit
kolonisatorisch betätigten. Aber erst durch die lange Periode der
französischen Herrschaft bekamen die Inseln ihr bis heute sichtbares Gepräge.
1815 trennten sich dann die historischen Wege: Mauritius wurde englische Kolonie
und konnte 153 Jahre später die nationale Unabhängigkeit erlangen, während
Reunion zunächst noch als Kolonie, seit 1946 dann als Übersee-Departement bei
Frankreich verblieb.

Identisch ist beiden Inseln eine ausgesprochen bunte
Zusammensetzung der Bevölkerung, die aus Kreolen, Weißen, Indern,
Schwarzafrikanern und Chinesen - freilich in unterschiedlicher Stärke -
besteht.
Wirtschaftlich wurden sowohl Mauritius als auch Reunion als
"Zuckerinseln" bezeichnet. Die ehemalige Monokultur hat sich
inzwischen jedoch zu einem nach wie vor starken, aber nicht mehr einzigen
Standbein der insularen Wirtschaft entwickelt. Weitere Agrarprodukte und eine
zunehmende Industrialisierung, insbesondere durch Textilindustrie,
vergrößerten die Export-Palette. Daneben trat vor allem in den letzten 15
Jahren eine ständig steigende, teilweise stürmisch verlaufende Entwicklung des
Fremdenverkehrs.
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