Die O.L.-Nachrichten waren die erste westdeutsche Zeitschrift für Orientierungsläufer und wurden von 1977 bis 1987 herausgegeben von Manfred Neitzel in Neuss, sowie von 1988 bis 1994 im OL+Sport-Verlag in Uslar. Heute ist dieses Magazin für Orientierungsläufer Geschichte.

 

Wenn Sie aktuelle Informationen zum Orientierungslauf in Deutschland suchen, wenden Sie sich an die heutige OL-Zeitschrift, die OL-Informationen, oder besuchen Sie im Internet die deutsche OL-Seite  http://www.orientierungslauf.de/.

  

Fragen zu den „historischen“ O.L.-Nachrichten richten Sie an: Neitzel-NE@t-online.de.

  

  

    Von den O.L.-Nachrichten wurde übrigens am 1.4.1978 der „Arne-Leibusch-Pokal“ für Orientierungsläufer ins Leben gerufen, der „etwas andere“ Wettkampf um die wohl schwersten Pokale im OL

   

   

Titelseite der O.L.-Nachrichten 3/78 zum 1.April(!)1978:


 

Pionier des deutschen OLs

Rechtzeitig zum 1.April, dem Erscheinungs-
datum dieser OL-Nachrichten, konnten um-
fassende Forschungsarbeiten zur Geschichte
des deutschen Orientierungslaufes abge-
schlossen werden. Ehe die Ergebnisse aber
veröffentlicht werden, hier schon einmal
eine sensationelle Erkenntnis der OL-For-
scher: der deutsche OL ist bereits

      50 Jahre   alt !

Am 1.April 1928, einem naßkalten Sonntag,
war es Prof. Arne Leibusch, damals aller-
dings noch Student in Erfurt, der in der
Nähe des kleinen thüringischen Städtchens
Luisenthal den ersten deutschen OL durch-
führte. Kennengelernt hatte Arne Leibusch
den OL während einer Studienreise durch
Skandinavien, und wieder daheim wollte er
unbedingt auch in Deutschland diesen Sport
populär machen. Leider ging er kurz darauf
in die Schweiz, so daß die ersten Anfänge
des OLs in Deutschland schnell wieder ein-
schliefen.

Zu Ehren von Arne Leibusch stifteten zwei
Mitglieder des Forscherteams den "Arne-
Leibusch-Pokal", der zum ersten Mal am
diesjährigen 1.April im Rahmen eines in-
ternationalen Laufes in Weinheim verge-
ben wird. Anläßlich dieses Jubiläums-OLs
wird auch eine kleine Feierstunde in ge-
lockerter Atmosphäre mit Freibier und Erb-
sensuppe stattfinden.

 

     

Arne-Leibusch-Pokal: Bilder

Bild 1: Die Pokale

Bild 2: Familiensieg 1983 
5 Jahre nach der erstmaligen Austragung siegten 1983 in Vallendar (Mittelrhein) die Geschwister Heidrun und Bernhard Finke (RSV Hannover)

Arne-Leibusch-Pokal, die Sieger/innen:

Datum

Wettkampfort

Ausrichter Pokalsiegerin Pokalsieger
Sa. 1.4.78

Weinheim

OLK Kaiserstuhl / 
TV Käfertal
Hadmut Hindorf,
OLG Odenwald
Frank Finkenstädt,
SSC BSA
So. 1.4.79

- ausgefallen -

   --------  --------
So. 30.3.80

Emmendingen-Maleck

OLK Kaiserstuhl / Gundelfinger TS Hadmut Hindorf,
OLG Odenwald
Robert Geiger,
TV Ohlsbach
So. 5.4.81

Bielefeld

Bielefelder Oler 
(BTG / ASG)
Heidrun Finke,
RSV Hannover
Horst von Gaza,
OLV Uslar
So. 4.4.82

Köln, Stadtwald

OLG DSHS Köln / 
SU Annen
Heidrun Finke,
RSV Hannover
Jörg Mumme,
OLV Uslar
So. 10.4.83

Vallendar

TV Vallendar Heidrun Finke,
RSV Hannover
Bernhard Finke,
RSV Hannover
Sa. 31.3.84

Siegen-Weidenau

Post-SV Siegen Heidrun Finke,
RSV Hannover
Jörg Mumme,
OLV Uslar
Sa. 30.3.85

Malente

TSV Malente Heidrun Finke,
RSV Hannover
Thorsten Lenz,
Lübecker Turnerschaft
So. 6.4.86

Bielefeld

Bielefelder OLer 
(BTG / ASG)
Heidrun Finke,
RSV Hannover
Andreas Drexhage,
Barmer TV
So. 29.3.87

Wuppertal

Barmer TV Susanne Osterhorn,
KSV Hessen Kassel
Christian Tächl,
Hansa Simmerath
So. 10.4.88

Hohenbostel

TK Hannover Anke Feldmann,
ASG Bielefeld
Stephan Schliebener,
OLV Uslar
So. 2.4.89

Coburg-Creidlitz

TSV Creidlitz Heidrun Finke,
RSV Hannover
Stephan Schliebener,
OLV Uslar
So. 1.4.90

Horn

TG Lage Bettina Holthoff,
SU Annen
Heinz-Helge Fach,
KSV Hessen Kassel
So. 7.4.91

Dessau

ESV Dessau / ESV Bitterfeld Frauke Driehorst,
OLV Uslar
Kay-Uwe Kaufmann,
USC TU Dresden
So. 29.3.92

Hannoversch Münden

TG Münden Heidrun Finke,
RSV Hannover
Michael Finkenstädt,
OLV Uslar
  

93

    ?

        
 

94

    ?

     
So. 25.3.95

Ützdorf

TOLF Berlin Annica Johansson,
OK Tranan (SWE)
Martin Nolte,
Kolding OK (DEN)
 

96

 --------

   --------  --------
So. 9.11.97

Bogensee

TOLF Berlin Margit Breckle,
Bielefelder TG
Nils Schmiedeberg,
Turbine Neubrandenburg
So. 1.11.98

Wandlitz

TOLF Berlin Anne Ferchow,
Kaulsdorfer OLV
Arne Heinicke,
ESV LokSchöneweide
   99

    ?

        
  00

    ?

     
So. 16.9.01

Bielefeld-Dissen

Bielefelder TG Karin Schmalfeld,
BSVAmmendorf-Halle
Christian Franke,
OLG Siegerland
So. 28.4.02

Wilnsdorf

OLG Siegerland Karin Schmalfeld,
BSVAmmendorf-Halle
Lars Hommen, 
DJK Adler 07 Bottrop
 

03

    ?

     
 

04

    ?

     
So. 3.4.05

Bramsche-Kalkriese

TuS Bramsche Esther Stamer,
Braunschweiger MTV

Axel Fischer, 
Bielefelder TG

Sa. 8.4.06 Lübbecke TuS Lübbecke Heidrun Finke-Schliebener,
OLV Uslar
Götz Hofmann, 
OLG Siegerland
So. 16.9.07 Müsen OLG Siegerland Ulrike Setzer-Britwum, 
OLG Siegerland     
Felix Späth, 
OLG Siegerland    
So. 24.8.08 Müsen OLG Siegerland Grete Schönebeck, 
DJK Adler Bottrop     
Christian Duesmann, 
TuS Lübbecke    
Wer kann helfen, die leeren Felder zu füllen? E-Mail an M.Neitzel

Der Arne-Leibusch-Pokal in den O.L.-Nachrichten:
    
OLN 4/78 Arne-Leibusch-Pokal, ein Aprilscherz?

  Nun, was den "Aufmacher" der letzten Ausgabe der 0.L.-Nachrichten betrifft, so bleibt wohl tatsächlich nichts anderes übrig, als augenzwinkernd auf das Erscheinungsdatum 1. April hinzuweisen, das im übrigen auch ausdrücklich auf Seite 1 genannt war. Mit dem 50. Jubiläum des deutschen OLs ist es also vorerst noch nichts, und der fesche junge Mann auf der Titelseite ist auch nicht Arne Leibusch, sondern er ist Teil eines historischen Fotos mit dem Titel "die letzten Scharfrichter Münchens", was die Apparatur, an der er steht, wäre sie ganz zu sehen, auch unschwer erkennen ließe.
  Sollten also einige Teilnehmer am Arne-Leibusch-Pokal vergeblich auf das Freibier mit Erbsensuppe gewartet haben, bitte nicht ärgern. Wer allerdings den gesamten Lauf für einen Aprilscherz gehalten hat, der ist um das Erlebnis gekommen, sich im Wettkampf um den "pfundigsten" Pokal im deutschen OL zu messen: immerhin sind es respektable 28 Pfund, die der Herrenpokal auf die Waage bringt, alles reine Handarbeit, und jeder der beiden Pokale hat einen Wert von rund 100 DM (also bitte gut aufpassen, Frank und Hadmut...)
   In den kommenden Jahren soll der Arne-Leibusch-Pokal - OL an wechselnden Orten ausgetragen werden. Sinn des Ganzen ist es, "kleineren" Veranstaltern Mut zu machen, mit einer guten Karte auch einmal einen größeren Lauf in Angriff zu nehmen. Die Initiatoren des Pokals nehmen die Arbeit für die Bearbeitung aller Meldungen, ggf, Bahnlegung und vieles andere, das „OL-know-how" erfordert, mit einem kleinen Team ab. Eine gute Karte müßte aber schon vorhanden sein.
   Wer möchte es im nächsten Jahr sein? Bewerbungen aus dem nördlicheren Raum werden bevorzugt behandelt. Termin wird auf jeden Fall Sonntag der 1.4.79 sein. (In folgenden Jahren stets das erste April-Wochenende.) Vor allem aber sollten sich alle OLer den Termin vormerken: ein schwererer Pokal ist nirgendwo zu gewinnen als am 1.4.79 in .............; vielleicht sind es dann mehr als enttäuschende 130!

M.Neitzel

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OLN 4/81

Zeitungsartikel:

„Alpiner Schwierigkeitsgrad vier – durch Seile und Leiter entschärft“, lautete das Prädikat dieser Kletterstrecke beim Orientierungslauf am Wochenende in der Sennestadt. Auf dem Weg zum Startplatz hatten die Veranstalter auf diesem Teilstück etwas Schweißtreibendes aufgebaut. Eine in drei Terrassen aufsteigende Böschung mußte von den Aktiven erklommen werden. Wem die Balken zu hoch waren, der konnte sich der Hausfrauenleitern bedienen, um an die Startlinie auf dem Hügel zu gelangen.

Arne Leibusch bei den Bielefeldern in besten Händen
von Stephan Schliebener

   Der sagenumrankte Gründer des deutschen OLs, Arne Leibusch, über den es alljährlich seltsamerweise gerade zu Anfang April immer wieder Neues gibt, er hätte sicherlich seine helle Freude gehabt an dem, was die Bielefelder Orientierungsläufer ihm zu Ehren am 5.4. vom Stapel ließen. Nicht nur unterzogen sie alle 200 Teilnehmer auf dem Weg vom Vorstart zum Start an Leiter- und Seil-gesichertem Hang einer Einführung in alpinistische Kletterkünste (siehe Titelbild), nein, aus einer entlegenen Berghöhle heraus, zu der jeder Teilnehmer des Laufes mußte, ertönte für den dort sicherlich abgekämpften OLer schallendes Hohngelächter - vom Tonband versteht sich, über elektrische Kontakte an der Kontrollzange ausgelöst.
   Daß das Bielefelder Team unter Leitung von Peter Gehrmann und Herbert Gabriel auch noch einen sportlich fairen anspruchsvollen Orientierungslauf zu bieten hatte, sei nicht vergessen; eine Veranstaltung also, die gewiß viel zur Verbreitung des „Arne-Leibusch-Gedankens“ bei den deutschen OLern beigetragen hat.
   Die sportliche Sicht: zum Auftakt der Saison schon sehr gut in Form präsentierte sich Horst von Gaza (OLV Uslar), der sich über 10 km der Herren-Elite in ausgezeichneten 60:27 min. den riesigen Arne-Leibusch-Pokal zumindestens für ein Jahr sichern konnte, Genau eine Minute zurück Frank Finkenstädt (SSC BSA), der in früheren Jahren schon einmal Mühe hatte, ein genügend stabiles Regal für den Pokal zu finden, weitere sieben Sekunden dahinter Jörg Bunert (SK Duisburg). Vierter in einem gut besetzten Feld wurde Bernhard Finke (RSV Hannover) in 65:05 min....
Eine flotte Zeit legte auch Heidrun Finke als souveräne Siegerin bei den Damen hin, 65:28 min. für 8 km sind recht beachtlich, Zweite wurde Petra Dassel (SF Dortmund).
Also, auf ein Neues, beim nächsten "Locker-vom-Hocker-Lauf" zu Ehren von Arne Leibusch im April 1982

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OLN 2/85

Titelbild:
Postenstandort beim
Arne-Leibusch-Pokal 1984

 

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OLN 4/85 Arne  Leibuschs Großneffe aufgetaucht
von S. Schliebener

   Diese Schlagzeile wird sicher jeden Arne-Leibusch-Fan in hellste Aufregung versetzen! Der Großneffe des legendären Begründers des deutschen ÖL (siehe April-Ausgabe der OLN 1978) lebt mitten unter uns, bzw. nicht ganz, sein Domizil muß hoch im Norden liegen, denn Alfred L. startet für den OK Stavanger, und zwar in H45-· Des harten Winters überdrüssig zog es ihn nach Süden, und so packte er sein Bündel, um beim 2-Tage-OL in Malente zu schauen, wohin die deutsche OL-Welle seit den Pioniertagen seines Großonkels geschwappt ist. Freudiger Stimmung kam Alfred L. an, und richtig warm wurde ihm ums Herz, als ihm die aufmerksamen Organisatoren des TSV Malente seine Kontrollkarte mit Computeraufschrift in die Hand drückten. Wie daheim, dachte er bei sich, Onkel Arnes Saat ist doch aufgegangen, und frohgemut lief er kantippa, kantappa in den Wald hinein. Welch’ schöne, farbige Karte, und vie beschaulich die rot-weißen Schirme hängen, goldrichtig. Da konnte ihm selbst das naßkalte Vetter nichts anhaben. Und wie er so dahinlief und langsam dem Ziel näherkam, da fuhr ihm mit einemmal der Schrecken ins Gemüt. Donnerschlag! „Privatgelände - Betreten verboten!“, und dann so klein, 3x3m, was sind das bloß für Besitzer? 0 Schreck, o Graus, ein Zettel; „Dies ist das andere Loch“ Welches andere? Was mach’ ich nur? Diese blinden Tyskar!
   Und so irrte Alfred L. panisch durch den Wald, bis ihn eine mildtätige Hand voller Erbarmen zum richtigen Loch geleitete. Durchnäßt und geknickt schleppte sich Alfred L. ins Ziel, ein flüchtiger Blick auf die Schnellwertung konnte ihn auch nicht mehr aufrichten; 20 Minuten zurückl Voller Mißmut verkrümelte sich Arne Leibuschs Großneffe in eine kleine abgeschiedene Kneipe und goß seinen Kummer mit billigem deutschem Bier herunter.
   Und so kam es, daß der (Chef-)Redakteur dieses Magazins selbst Schwerstarbeit leisten mußte, um die gewichtigen Arne-Leibusch-Pokale (6 bzw. 14 kg) an Heidrun und Thorsten zu überreichen.
Doch aller Gram konnte Großneffe Alfred nicht davon abhalten, in die Jagd am zweiten Tag einzusteigen. Und obwohl es ihm diesmal besser erging, Karte und Bahnen noch die des Vortages übertrafen, und obwohl Alfred L. schneidig, schneidig Eberhard Stolzer von TuRa Harksheide abhängen konnte, der verlorene Sohn entwischte alsbald wieder gen Norden, wohl wissend, daß er sonst die schweren Siegerpreise in den Hauptklassen (wiederum an Heidrun und Thorsten) in Gestalt zweier gewaltiger Schinken (9 kg) hätte schleppen müssen. – Ob Alfred L. nächstes Jahr wiederkommt?

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OLN 4/88
Arne Leibusch: Wie es früher war.
von Stephan Schliebener

   Der alte Arne ist doch ein guter Kerl: kommt am 10. April von weit her in den Deister und bringt auch noch den schönsten Sonnenschein mit, nachdem noch am Vortag Regen und Schnee tiefe Sorgenfalten in die Gesichter der Organisatoren vom TK Hannover trieben.
   Doch Arne wußte halt, daß die Hannoveraner wehmütige Erinnerungen wachrufen und den jungen Leuten gleichzeitig mal zeigen wollten, wo es früher so langging: Orientierungslauf auf dem schwarz-weißen Meßtischblatt, selbst abzuzeichnende Bahn, dazu eine Kontrollkarte alten Zuschnitts, die nicht regenfest präpariert werden konnte, denn an den Postenschirmen hingen keine Lochzangen sondern Stempel oder Zeichenstifte, mit denen die Kontrollfeldmarkierungen anzubringen waren. Und überhaupt die Postenschirme: selbstgenähte Stoffbeutel aus dem OL-Museum mit phantasievoller rot-weißer Raumaufteilung.
   Nur Arne und seine Freunde, die Waldgeister, wissen, wieviele Kontrollkarten damals bei Regenwetter nicht mehr auszuwerten und wieviele Ergebnisse daher nicht ganz astrein waren. Denn seitdem Arne Leibusch in den zwanziger Jahren den OL in Deutschland zaghaft eingeführt hatte, konnte er, wenn auch aus dem Verborgenen, die Entwicklung ziemlich gut verfolgen.
   Doch diesmal hatte er ja selbst das passende Wetter mitgebracht, und so konnte alles mit rechten Dingen zugehen. Am Start bestaunte Arne die neuartige Kluft der jungen Hüpfer. Er selbst trug wie eh und je sein rustikales OL-Gewand.
   Nun endlich konnte Arne seine Bahn abzeichnen. Doch warum bekam er dann noch so eine neumodische Farbkarte in die Hand gedrückt? „Das letzte Drittel der Strecke mußt Du auf dieser Karte laufen!", wurde ihm bedeutet, und los ging’s.
   Mit dem schwarz-weißen Papier hatte unser Arne keine Schwierigkeiten, da war er halt zu Hause, diesen Weg außen herum nehmen, hier Kompaß und Schritte, dort einen kleinen, planvollen Kreis geschlagen, bis der rot-weiße Stoffbeutel aufblitzt. Arne sah einige Youngster planlos herumschwirren, die nicht auf die Idee kamen, im Notfall die Farbkarte als Rettungsanker zu werfen. Arne hatte so etwas natürlich nicht nötig, im Gegenteil: am Start der Farbkartenstrecke wurden ihm die Beine schwer, und er mußte sich oft auf seinen OL-Stock stützen, bis er endlich das Ziel auf dem idyllischen Waldsportplatz erreicht hatte. Doch ob der schönen Veranstaltung, die ihm und gut 200 weiteren Orientierern vom TK Hannover geboten worden war, nahm Arne Leibusch schon bald wieder putzmunter die Siegerehrung vor. Und vielleicht freut es ihn ein wenig, daß sein schwerer Pokal nun zum ersten Mal für ein Jahr in der OL-Nachrichten-Redaktion steht.

Der tapfere Arne Leibusch auf den letzten Metern ins Ziel.

Foto: Stephan Schliebener

 

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OLN 3/89 Arne-Leibusch-Pokal: Schönes OL-Wochenende in Oberfranken
von Stephan Schliebener

   Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann vom „Arne-Leibusch-Wochenende“ aus Nordbayern berichtet werden: am 1. und 2. April wurden dort zwei gelungene OL-Veranstaltungen in reizvoller Frühjahrslandschaft aufgezogen; dann gab es auch noch freien Eintritt für die Orientierer beim Creidlitzer Komödienstadl, der allein schon eine lange Anfahrt zu einer lohnenden Sache machte, doch die Resonanz war mit nur 100 Teilnehmern mehr als bescheiden. „Schuld daran haben die vielen Bundesveranstaltungen!“ werden manche sofort einwerfen, doch was war dann in Berlin und Malente, wo es auch nicht gerade von deutschen Orientierern wimmelte? Und hier in Coburg fehlten in erster Linie Aktive des eigenen Landesverbandes, denen der Bayern-Cup (d.h. die Landesrangliste) über alles zu gehen scheint; auch über ein so tadelloses OL-Wochenende. Los ging es beim ATS Kulmbach, einfach und zweckmäßig organisiert mit drei verschiedenen Strecken, die in einem steilen Gelände vernünftig gelegt worden waren. Eine pünktliche Siegerehrung im Vereinsheim mit bereits fertigen Ergebnislisten und vielen Bierkrügen rundete die Veranstaltung ab.
   Komödienstadel
   Zum Höhepunkt des Tages wurde dann die Jubiläumsaufführung zum 5Ojährigen Bestehen des Komödienstadels der TSG Creidlitz. Mehr als zwei Stunden konnte die Laientruppe der TSG den rappelvollen Saal bestens unterhalten. Mit von der Partie im ländlichen Lustspiel „So eine Landplage“ waren auch Creidlitzer Orientierer: so sah man den Kartenzeichner Roland Weiß als geplagten Wirt, und der Cheforganisator des diesjährigen Arne-Leibusch-Pokals Martin Schubert (ansonsten auch Landesfachpressewart und Redakteur des bayerischen Mitteilungsblattes „OL Inform“) mußte sich vom „anerkannt schönsten Mann im Ort“ zur flotten „Dame“ Mercedes wandeln, um einem Freund aus der Patsche zu helfen. Gewisse Anspielungen auf die Orientierer durften natürlich auch nicht fehlen: Werner Drese stand plötzlich an erster Stelle der Bundesrangliste, als der faule Knecht die Zeitung falsch herum in Händen hatte...
   Neue Pokale für die Altersklassen
   Am nächsten Morgen mußten die „Landgeplagten“ in empfindlicher Kühle gleich wieder ran: der Wirt stand am Start, und Martin hatte alle Fäden sicher im Griff. So gab es wieder einen reibungslosen OL mit ansprechenden Bahnen in welligem, relativ schnellem Gelände. Zur Siegerehrung im Vereinsheim lagen wieder bereits fertige Ergebnislisten vor, und jeder Teilnehmer erhielt eine geschmackvolle Urkunde. Zudem hatte der Bürgermeister der Stadt Coburg als Schirmherr der Veranstaltung einige Pokale gestiftet, so daß nun auch die Altersklassen um Wanderpreise laufen können.
   1990:Arne Leibusch am 1. April!
   Im nächsten Jahr wird das Dutzend der Arne-Leibusch-Pokalläufe voll. Und die zwölfte Auflage fällt just genau auf den 1. April! Die Ausrichtung ist noch zu haben. Eine neue OL-Karte wird nicht verlangt, wohl aber eine Portion Humor und Spaß an der Freud. Bitte bald melden bei der OL-Nachrichten-Redaktion, wo bis dahin die beiden schwersten OL-Pokale Deutschlands stehen werden, auf dem Fußboden...

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OLN 3/91 Wohin des Wegs, Arne Leibusch?
von Stephan Schliebener

   Bevor sich unser ewig junger OL-Pionier Arne Leibusch am 7. April zum ersten Mal auf den Weg in die neuen Bundesländer machte, stattete er wohl den Meteorologen einen Besuch ab. Denn wie sonst soll man sich erklären, daß für diesen Sonntag ein gar garstiges Wetter vorhergesagt wurde, was die Organisatoren des ESV Dessau um Karl-Heinz Seefeld veranlaßte, die Aus- und Schnellwertung regensicher ca. 6 km vom Zielplatz entfernt unterzubringen.
Prompt zeigte sich das Wetter von seiner besten, trockenen Seite, und so lief die Schar der 125 Orientierer nach der Postensuche im großen, flachen Wald sehr bald auseinander. Nein, groß war der Zuspruch leider nicht, den Arne bei seinem ersten Auftritt im Osten fand. Dazu beigetragen hat sicher eine etwas mißlungene Terminkoordinierung in den neuen Ländern. Aber auch die Wessies waren nicht sonderlich zahlreich vertreten.
Ansonsten konnte Arne aber in Dessau zufrieden sein: ein schöner Frühlings-Lauf für alle, einfach aber zweckmäßig auf einer nicht nagelneuen Karte organisiert. Mehr Teilnehmer und vielleicht eine kleine Spaß-Einlage hätten das Erlebnis vollkommen werden lassen.
Laßt Arne Leibusch nicht im Stich
  
Nein, Arne soll nicht in der Versenkung verschwinden. Er kann wiederkommen, am 29. März 1992. An der Ausrichtung interessierte Vereine melden sich bitte bald bei der OLN-Redaktion. Und wie gesagt, großer Aufwand wird nicht verlangt und schon gar keine neue Karte, vielmehr ein schöner Frühlings-Lauf für alle und vielleicht eine lustige, hintersinnige Einlage.
   Bis dahin können Frauke Driehorst (OLV Uslar) und Kay-Uwe Kaufmann (USV TU Dresden) die schwersten Pokale Deutschlands sicher und standfest verwahren.

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OLN 2/92 Arne Leibusch diesmal ganz in Weiß
von Stephan Schliebener

   Gerade war die Sommerzeit über uns hereingebrochen, doch mit Sommer hatte dieser Märzensonntag des 29.3. nun gar nichts zu schaffen: Eine geschlossene Schneedecke überzog den „Buddeleiche“-Forst am südöstlichen Rand des malerischen Städtchens Hann.Münden. Das konnte ja wohl nur Arne Leibusch gewesen sein.
   Wer ist eigentlich dieser sagenumwobene Pionier des deutschen OL? Graben wir einmal tief im Archiv und finden dort auf der Titelseite der OL-Nachrichten 3/78 das Bildnis eines feschen Jünglings und daneben die sensationelle Erkenntnis: „Der deutsche OL ist bereits 50 Jahre alt!“ Und weiter: „Am 1.April 1928, einem naßkalten Sonntag, war es Prof. Arne Leibusch, damals allerdings noch Student in Erfurt, der in der Nähe des kleinen thüringischen Städtchens Luisenthal den ersten deutschen OL durchführte. Kennengelernt hatte Arne Leibusch den OL während einer Studienreise durch Skandinavien, und wieder daheim wollte er unbedingt auch in Deutschland diesen Sport populär machen. Leider ging er kurz darauf in die Schweiz, so daß die ersten Anfänge des OL in Deutschland schnell wieder einschliefen“.
   Die verschwundenen Pokale
  
Zu Ehren von Arne Leibusch stiftete mein Vorgänger als OLN-Redakteur, Manfred Neitzel, die beiden wohl mit Abstand schwersten deutschen OL-Wanderpokale, um die seit 1978 in der Damen- und Herrenklasse gelaufen wird, und zwar immer um den 1. April herum. Mit den Jahren kam auch eine beträchtliche Zahl kleinerer Wanderpokale für die übrigen Kategorien hinzu, doch haben wohl viele der ehemaligen Gewinner/innen den Charakter des Wanderpreises nicht so recht durchschaut, so daß die Mehrzahl dieser kleinen Pokale zur Zeit als verschollen gelten muß.
   Gutes Konzept der TG Münden
  
Ein wichtiges Ziel beim Arne-Leibusch-Pokal ist, einen schönen Frühlings-OL für alle anzubieten, ohne dabei allzu großen Aufwand treiben zu müssen. Das setzten die diesjährigen Ausrichter der TG Münden um ihren „Motor“ Walter Rehbein konsequent um. In der Ausschreibung wurden 7 verschiedene Strecken zwischen 2,8 und 9,5 km offeriert, zwar auch mit Kategorien versehen, doch wer wollte, konnte ohne weiteres kürzer oder länger laufen. Auch die weitere Organisation mit einem Schützenhaus als Wettkampfzentrum paßte, und mit knapp 200 Aktiven kam auch ein annehmbares Teilnehmerfeld zusammen.
   Nur einmal trieb Arne Leibusch seinen Schabernack, als nach einem Übertragungsfehler ein Postenschirm auf der falschen Lichtung landete, was zum Glück nur die lange Bahn der Herren betraf, die noch am ehesten beim Fehlen eines Postens richtig reagieren können.
   Michael Finkenstadt wieder da
  
Werfen wir noch einen Blick auf die sportliche Seite, denn immerhin war der deutsche Meister Andreas Lückmann am Start, wie überhaupt der gesamte Trainerrat, der an diesem Wochenende im nahen Kassel tagte. Aus dem vollen Training heraus (am Vortag noch 2 lange Einheiten) legte „Lücke" dennoch eine flotte Zeit hin, die aber diesmal von einem unterboten wurde, um den es in den letzten Jahren recht still geworden war: Michael Finkenstädt. Der angehende Arzt hat die Studenten-WM im Visier und ließ schon als Gast beim Kader-OL-Test mit einem dritten Platz knapp hinter der Bestzeit aufhorchen. Nun hat Michael für ein Jahr den schwersten deutschen OL-Pokal, der seinem Vater vor etlichen Jahren schon mal durchs Regal gekracht ist. Auch bei den Damen war Prominenz am Start: Heidrun Finke gewann zum achten Mal den nur unwesentlich leichteren Cup.

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2007

Arne Leibusch in Müsen: nichts für Wasserscheue!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der diesjährige Arne-Leibusch-Pokal im alten Siegerländer Bergmannsdorf Müsen hielt, was in der Ausschreibung versprochen worden war: hatte es doch geheißen, dass einzelne Posten zum Teil über Stollen unter der Erde angelaufen werden müssten, und neben einer Stirn- oder Taschen- lampe solle auch ein Badeanzug bzw eine Badehose zur Ausrüstung gehören, denn in „Müsen öwerm Wasser“ sei man vor Überraschungen nicht gefeit.

Bis zum letzten Posten mag noch nicht allen klar gewesen sein, wofür die Badekleidung benötigt würde, aber dann... (siehe oben!)                                                                           Fotos: Christian Gieseler

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