ICTMAUSTRIA PUBLIKATIONEN Zastiin Nogoodoi, Tribal Zakhchin Music of Western Mongolia
Otgonbayar Chuluunbaatar (Vocals), Wolfgang Hofer (Lute, Tobshuur). Produced by Otgonbayar Chuluunbayar. 2007. Austria. Audio-CD, 8 pp. booklet by Otgonbayar Chuluunbaatar
. Otgonbayar Chuluunbaatar wurde im westmongolischen Altaigebirge geboren. Sie lebte bis zu ihrem Studium in einer Nomadenfamilie und gehört dem Minderheitenvolk der Zakhchin an. Diese weisen lediglich eine Population von 25.000 Menschen auf, sprechen einen eigenen Dialekt und halten ihre eigene Tradition lebendig. Besonders von Bedeutung ist dabei das von der Majoritätsbevölkerung der mongolischen Khalkha sich unterscheidende Liedgut der Zakhchin. Ihre seit Generationen mündlich überlieferten Lieder werden lediglich von wenigen Sängern und Sängerinnen weitergegeben. Der kapitalistische Wandel des Marktes während der letzten Jahre brachte jedoch für die Nomadenbevölkerung große Veränderungen. Ihre Jugend ist mehr an westlicher Musik interessiert und viele suchen ihr Lebensglück in der Stadt. Da es bisher keine permanente Liedgutforschung sowie Aufzeichnungen dieser Lieder gibt, besteht die Gefahr, dass dieser musikalische Schatz der Zakhchin in Verlust zu geraten droht. Aus diesen Gründen sammelt Otgonbayar im verschwinden begriffene Liedtexte und Melodien in den Bergsteppen ihrer Heimat. Manchmal ist sie dafür mehrere Tagesreisen mit dem Pferd unterwegs, um die letzten noch lebenden und betagten Sänger auf den etwa 3000 m hoch liegenden altaischen Sommerweiden aufzusuchen. Alle Lieder gehören den Genres der sog. „short songs“ (bogino duu) sowie „long songs“ (urtiin duu) an, welche Frauen traditionellerweise vorführen dürfen. Ein Teil der Lieder wurde vocal aufgenommen, der andere Teil wurde von Wolfgang Hofer mit der altaischen „Tobshuur“ oder der Gitarre instrumentell begleitet. Trotz der für Mongolen ungewohnten Gitarrenbegleitung wurde diese von Otgonbayars Landsleuten positiv aufgenommen. Vom Erfolg angespornt, wurde das Projekt daher fortgeführt. Der Zakhchin Sängerin Otgonbayar liegt sehr viel an der Erhaltung des traditionellen Kulturgutes ihres Volkes und leistet ihren persönlichen Beitrag im musikalischen Bereich. Nach "Lieder des Volkes der Zakhchin in der Westmongolei" und „Zast Altai“ wird nun die dritte CD dieses Projekts vorgestellt.

Otgonbayar Chuluunbaatar belongs to the Zakhchin tribe, an ethnic minority with a population of 25.000 people, who speak their own dialect and keep their traditions alive up to today. An important part of Zakhchin culture is their music, which differs from that of the Khalkha majority. For generations the Zakhchin songs have been passed on orally by a few singers. In the last years the life of the Zakhchin people has greatly changed under the influence of the capitalistic market reforms. The youth is more interested in Western music, and many move to the city in search for a better life. Consequently, as the Zakhchin songs have never been studied nor written down, there is now a great danger that this musical treasure will be lost. For these reasons she collects material in the steppes of her homeland. At times she had to travel several days on horseback in order to visit the last still existing singers on the summer pastures in the Altai mountains at an altitude of 3000 m. All songs are of the so-called „short songs“ (bogino duu) and „long songs“ (urtiin duu) style, those which are permitted to perform by women. The songs are sung vocally only or accompanied by the „tobshuur“ or guitar played by Wolfgang Hofer. Despite this unusual accompaniment of the guitar, Otgonbayar’s recordings encountered her fellow countrymen’s appreciation during her next visit to Mongolia. Encouraged by the success, she continued her project. The singer Otgonbayar attaches great importance to the preservation of the traditional culture of her people, to which she contributes in the musical realm. After “Songs of the Zakhchin People in Western Mongolia” and „Zast Altai“ this recording is now the 3rd CD of this project.
Klangbeispiel: The prancing camel
Kontakt: zakhchinmusic@yahoo.de

Yuan-Chuan Pan, Die tradierten Fulao-Volksgesänge der Region Hengchun in Taiwan (=Musikethnologische Sammelbände 21), Aachen: Shaker Verlag, 2007.
Die Fulao-Volksgesänge der südtaiwanesischen Region Hengchun bilden eine der letzten existierenden Volksgesangstraditionen Taiwans, die noch heute mündlich überliefert werden. Unter den heimischen Sängern gilt diese Tradition als ein kulturelles Phänomen, das ihre Vorfahren trotz Analphabetentums mit dem Geschick eines Literaten über Generationen pflegten. Ursula Hemetek/Adelaida Reyes (eds.),
Cultural Diversity in the Urban Area: Explorations in Urban Ethnomusicology. Band 4 der Reihe klanglese des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie, Wien 2007, 2 CDs als Beilage Ursula Hemetek/Adelaida Reyes (eds.), Cultural Diversity in the Urban Area: Explorations in Urban Ethnomusicology
klanglese, vol. 4, Institute of Folk Music Research and Ethnomusicology, Vienna 2007, 160 pages, + 2 CDs. Helmut Brenner Das hier präsentierte Buch ist die erste überregional vergleichende Studie über Marimbas in Lateinamerika und fußt zu großen Teilen auf Missionen des Autors als Field Consultant der UNESCO im Rahmen des Programms Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity. Nach einem einleitenden Überblick über historische und rezente afrikanische Xylophone wird die historische Entwicklung der Marimba in Lateinamerika von den frühesten Nachrichten im 17. und 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart beleuchtet und der Frage nach den außermusikalischen, den politischen, sozialen und ökonomischen Einflüssen auf die Marimbatraditionen der einzelnen Länder nachgegangen. Mit der geographischen Verbreitung der Marimbas in Lateinamerika und dem Status quo ihrer Tradition am Beginn des 21. Jahrhunderts, den musikalischen Möglichkeiten der einzelnen Instrumententypen und den Spieltechniken in den jeweiligen Regionen beschäftigen sich weitere Kapitel. Ein umfangreicher Teil des Buches ist der ergologischen Beschreibung sämtlicher heute in Lateinamerika vorhandenen Marimbatypen gewidmet. Die beigelegte Audio-CD präsentiert Marimbamusik aus zehn lateinamerikanischen Ländern.
Im Zusammenhang mit den Volksgesängen bezieht sich der Terminus Fulao auf die schriftlose Sprache des aus der südchinesischen Provinz Fujian stammenden Fulao-Volks. In Bezug auf die musikalischen und funktionellen Aspekte gehören die Fulao-Volksgesänge Hengchuns dennoch nicht allein dem Kulturgut des Fulao-Volks. Vielmehr basiert die Besonderheit dieser Volksgesangstradition auf der multikulturellen Gesellschaft der Hengchuner Region, die durch das langjährige Zusammenleben der zwei Völker chinesischer Abstammung Fulao und Hakka und der taiwanesischen Ureinwohnervölker entstanden ist.
Die Fulao-Volksgesänge Hengchuns basieren auf neun Melodieschemata, die je nach persönlichem Gesangsstil und Textstruktur variiert werden. Bei der Gestaltung der Volksgesänge ist ein versierter Sänger stets bemüht, einen zum Anlass passenden Text aus dem Stegreif zu reimen und die Melodielinien so zu führen, dass die Verständlichkeit des Textes nicht beeinträchtigt wird. Somit stellt jede Gesangsversion eine einzigartige Interpretation dar, die sich selbst von demselben Sänger nicht wiederholen lässt.
Im vorliegenden Buch werden die sozialen Hintergründe dieser Volksgesangstradition erläutert und die Volksgesänge anhand von zahlreichen Gesangsdarbietungen, die die Autorin im Rahmen eigener Feldforschungen aufgenommen hat, in Bezug auf die melodischen und textlichen Gestaltungsmöglichkeiten, das Verhältnis zwischen der Melodieführung und dem Text, individuelle Gesangsstile sowie die Verbindung mit dem Ureinwohnergesang und modernen Arrangements untersucht.
Die Autorin hat in Graz Magisterstudien in Kontrabass und Kammermusik und anschließend ein musikethnologisches Doktoratsstudium absolviert. Sie stammt aus der untersuchten Region und verfügt so über beste Voraussetzungen für eine fundierte Studie über eine bei uns bis dato so gut wie unbekannte Musiktradition.
Ein Symposium mit dem gleichen Titel im Jahr 2006 bildete die Grundlage für diese Publikation. Es versammelte EthnomusikologInnen aus Europa und den USA, die das Thema Musik in der Großstadt und die ihm innewohnende Dynamik und Vielfalt inhaltlich und methodisch zu fassen versuchten. Die Symposiums-Beiträge liegen nun in schriftlicher Form vor.
Der urbane Raum war und ist multikulturell, weil Großstädte unweigerlich von Migrationsbewegungen geprägt sind. Dieses Phänomen fand ab den 1980er Jahren auch Ausdruck in ethnomusikologischen Studien. Bruno Nettl, einer der Mentoren des Faches, bezeichnet die Studien zur Multikulturalität im urbanen Raum als eines der wichtigen Forschungsfelder der modernen Ethnomusikologie: „In carrying out these studies, ethnomusicologists have been made particularly aware of the importance of music as a cultural emblem, as something that is used by a population group to express its uniqueness to other groups, bringing about cohesion but also serving as a medium of intercultural communication.” (Nettl 1992:384)
Das einleitende Kapitel von Adelaida Reyes behandelt die Entwicklung und Bedeutung der urbanen Ethnomusikologie innerhalb des Faches. Beiträge zu Wien als multikulturelle Musikstadt bilden einen thematischen Schwerpunkt, präsentiert durch aktuelle Forschungsprojekte zur musikalischen Praxis in Wien. Im Vergleich dazu tragen Studien aus anderen Städten der Welt - Chicago, New York, Kalkutta und Berlin - zur globalen Perspektive bei. Reyes sieht das Buch als nützlichen Beitrag zum Diskurs über das weite Feld der urbanen Ethnomusikologie.
Es enthält Beiträge von: Adelaida Reyes, Philip Bohlman/Sebastian Klotz/Lars Koch, Ursula Hemetek/Hande Saglam/Sofija Bajrektarevic;, Gerda Lechleitner, Barbara Kostner/Paolo Vinati und Regine Allgayer-Kaufmann et.al. Außerdem sind 2 CDs beilelegt, die eine mit Hörbeispielen zu den Beiträgen, die andere mit einem live-Mitschnitt des Konzerts „Wiener musikalische Welten der anderen Art“.
Die Publikation wurde gefördert von der UNESCO-Arbeitsgemeinschaft Wien und der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Preis 25 €
Proceedings of the international symposium held in March 2006, organized by the UNESCO Working Group Vienna and the University of Music and Performing Arts Vienna.
Vienna and current research projects on the musical diversity in the capital of Austria were one stimulus for organising the symposium “Cultural Diversity in the Urban Area: Explorations in Urban Ethnomusicology” as well as one focus of the presentations. Studies from other parts of the world - Berlin, New York, Chicago, Kolkata - did foster a global perspective. Ethnomusicologists from Europe and the USA were invited to participate by giving presentations and joining the panel discussions.
Another stimulus for organizing the symposium is the focus on music and minorities at the Institute for Folk Music Research and Ethnomusicology since 1990. This focus also served as a starting point for activities on the international level, in an ICTM Study Group (founded in 1997). Adelaida Reyes, in her article, sees a clear connection between the concepts of research on minorities and those in urban ethnomusicology because “in a scholarly realm built on presumptions of cultural homogeneity, there was no room for minorities. These require a minimal pair—at least two groups of unequal power and most likely culturally distinct, both parts of a single social organism. Homogeneity does not admit of such disparate components……The conditions that spawn minorities—complexity, heterogeneity, and non-insularity—are ‘native’ not to simple societies but to cities and complex societies”.
There are contributions by:
Adelaida Reyes, Philip Bohlman/Sebastian Klotz/Lars Koch, Ursula Hemetek/Hande Saglam/Sofija Bajrektarevic;, Gerda Lechleitner, Barbara Kostner/Paolo Vinati and Regine Allgayer-Kaufmann et.al.
The book is accompanied by two CDs. CD 1 includes the audio examples from the contributions. CD 2 is a live recording of the evening concert “Unexpected Viennese musical Worlds” which did foreground some of the cultural diversity of Vienna’s musical life, by presenting very different music styles of the immigrant communities from Turkey and the former Yugoslavia
Costs: 25 €
Orders to:
Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
A-1030 Wien, Anton-von-Webernplatz 1
Tel: +43 (0)1 71155-4201
Fax: +43 (0)1 71155-4299
e-mail: ive-versand@mdw.ac.at
www.mdw.ac.at/ive/

This book is the first supra-regional comparative study on marimbas in Latin America and is mainly based on the author’s UNESCO missions as a field consultant within the Masterpieces of the Oral and Intangible Heritage of Humanity programme. After an introductory survey of historical and modern African xylophones, it describes the historical development of the marimba from the earliest records in the 17th and 18th century to the present time, and it analyses non-musical, political, social and economic influences on the use of the marimba in the individual countries. Further chapters deal with the geographical distribution of marimbas in Latin America and analyse to what extent the marimba tradition is maintained at the beginning of the 21st century. It discusses the musical potential of the individual instrument models and techniques of marimba playing in the different regions. A major part of the book is devoted to an ergological description of all contemporary Latin American marimba models. The enclosed Audio CD contains marimba music from ten different Latin American countries.
Klangbeispiel: Son sin nombre
Kontakt: info@olms.de