HANSIS SCHLAGERSEITEN

deutsche und fremdsprachige Schlagertexte im Vergleich

Der deutsche Schlager steht in keinem guten Ruf. Primitiv sei er und anspruchslos, sagen seine Kritiker. Aber ist das gerecht? Alles ist bekanntlich relativ, und man soll nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Man kann doch nicht an die Musik eines dreiminütigen Schlagers Ansprüche stellen wie an eine dreistündige Oper oder an den Text wie an einen 300-seitigen Roman. (Übrigens gibt es auch schlechte Opern und schlechte Romane.) Musikalisch kann man den Schlager vergleichen mit den Liedern der Romantik vor rund 200 Jahren, die ja auch auf einfache Formen der Wiener Klassik zurück gingen. Ja, einfache - aber das muß noch längst nicht primitiv heißen! Natürlich kann sich das nicht mit Haydn, Mozart oder Beethoven messen - soll es auch gar nicht! Vielmehr soll so ein Lied auch vom musikalischen Laien mitgesungen werden, d.h. es darf keine Ansprüche stellen wie an einen Heldentenor oder an einen Koloratursopran. (Gelernte Opernsänger wie Tony Marshall und Karel Gott beweisen im übrigen, daß ihre Schlager davon nicht besser werden ;-) Schlagersängerinnen und -sänger brauchen also keine große Stimme - viel wichtiger ist, daß man versteht, was sie singen. (Da habe ich bei manchen Opern- und Operettentexten ganz erhebliche Probleme, und nicht nur akustische!) Eine Schlagermelodie sollte so eingängig sein, daß man nach ein paarmal Hören zumindest den Refrain auswendig kennt - ohne langes Büffeln. Das gleiche gilt für den Text - und damit kommen wir zum eigentlichen Thema dieser Seite.

Manche sagen, ausländische Schlager seien weniger schlecht als deutsche, und das könne man sehr wohl vergleichen. Ja, das kann man, und das sollte man auch, zumal es von vielen ausländischen Schlagern deutsche Fassungen (auf Neudeutsch: "Coverversionen") gibt. Merkwürdigerweise scheint das aber noch niemand ernsthaft versucht zu haben - jedenfalls nicht umfassend, sondern allenfalls mal bei einzelnen Titeln. Das kann vielerlei Gründe haben. Einer der wichtigsten ist natürlich die Sprachbarriere. Das fängt schon bei den Schlagern in der Muttersprache an, nicht zuletzt deshalb, weil sie oft von Ausländern mit bescheidenen Sprachkenntnissen gesungen werden. Übrigens nicht nur in Deutschland, wo einem etwa die balkanesische Dumpfbacke Bata Illic oder der New Yorker Nuschler Joe Dassin schon einige Phantasie abverlangen, um aus ihrem Gesang schlau zu werden. In Frankreich gab es - neben jeder Menge Italiener, aber das geht ja noch - z.B. Leute wie Shahnur Aznavurian alias "Charles Aznavour", Iwan Pjotr Mikhaïlowitsch Poll-Narewitsch (selbst das ist nicht ganz korrekt, denn sein Vater hieß richtig "Löw [oder Lev] Polanski", nannte sich aber "Mikhaïl Poll", um im Zarenreich nicht als Jude diskriminiert zu werden) alias "Michel Polnareff" oder eben Joe Dassin, die ihr Leben lang besser Armenisch, Russisch bzw. Englisch als Französisch gesprochen haben. Etwas besser Deutsch gelernt haben einige französischsprachige Sänger[innen] wie Salvatore Adamo, Mireille Mathieu und Severine, weil sie zuhause nicht annähernd soviel Erfolg hatten wie bei uns oder anderswo - z.T. bis nach Japan, und diesem Umstand verdanken wir eine Menge Cover-Versionen. Um dieser Internationalität gerecht zu werden und einen fairen Vergleich zu ermöglichen, habe ich hier nicht alles querbeet durch alle Sprachen alphabetisch sortiert und die letzteren auch nicht auseinandergerissen, sondern ich bin von den deutschen Schlagertexten ausgegangen und habe ihnen dann jeweils ihre ausländischen Fassungen gegenübergestellt. Soweit ich sehe, sind meine "Schlagerseiten" die einzigen dieser Art im Netz; die anderen beschränken sich auf bloße Textsammlungen ohne Kommentar, dafür mit mehr oder weniger Werbung, und in der Regel kochen sie bloß ihre nationalen Süppchen vor sich hin: die Deutschen nur deutsche Schlager, die Engländer nur englische Hits, die Franzosen nur französische Variétés, die Italiener nur italienische Brani usw. (Was Bernd Matheja in Buchform unter dem Titel "1000 Nadelstiche" abgeliefert hat, ist zwar immerhin zweisprachig, enthält aber nur deutsche Coverversionen englischer und amerikanischer Interpreten ihrer eigenen Titel. Und selbst solche Sammlungen, die Schlagertexte einzelner Interepret[inn]en in mehreren Sprachen enthalten, wie z.B. Dieter Rombergs Seite über Nana Mouskouri, Susanne Langes Seite über Adamo, Mathias Deinerts Seite über Lale Andersen, Rolf Ludwigs Seite über Françoise Hardy, Ingo Kamps Seite über Bernhard Brink, Meike Konrads Seite über Bruce Low, John Niwas Seite über Karel Gott, Willys Seite über Gérard Lenorman, Frank Eberleins Seite über Severine oder Philippe Schmerkas Seite über Dalida, beschränken sich auf eine kommentarlose Wiedergabe dieser Texte, ohne die verschiedenen Fassungen miteinander zu vergleichen. Das gleiche gilt für "Marky's" Eurovisionsseite, auf die er überdies nur solche Coverversionen aufnimmt, die von den "Original-Interpreten" gesungen werden - was den Kreis gerade in Bezug auf deutsche Schlager erheblich einschränkt.)

Da wird soviel vom "vereinigten Europa" gefaselt, und die Politiker glauben, das ließe sich schaffen, indem man europaweit den Teuro und das Zwangspfand auf Dosen und Einwegflaschen einführt. (Aber was ich davon halte, wissen Leser meiner Teuroseite ja schon zur Genüge.) Dabei kann es ein vereintes Europa nur durch gemeinsame Kultur geben, und was wäre kulturprägender als die Musik? Wie sang Peggy March 1969 in "Hey, das ist Musik für mich"? Aber bezeichnenderweise fehlt dieser Schlagertext in allen anderen Sammlungen - war ja auch kein großer Hit, nicht mal unter die ersten Fünf der ZDF-Hitparade kam er damals, geschweige denn, daß es sich in der deutschen Vorentscheidung zum Eurovisionsfestival hätte durchsetzen können. Dorthin schaffte es zwar 1975 "Ein Lied kann eine Brücke sein", aber die vollschlanke Erna Strube alias "Joy Fleming" kam im Twiggy-Zeitalter beim Publikum nicht an. Eigentlich eine Schande, wenn man bedenkt, wer und was da manchmal gewonnen hat... Und wer kennt schon die Schlager der Nachbarländer? So ein nettes Lied wie "Ein bißchen Goethe, ein bißchen Bonaparte", das zur Völkerverständigung geradezu prädestiniert ist, kennt in Frankreich kein Mensch. Dort sind seit 1945 überhaupt nur anderthalb deutsche Schlager zu Hits geworden, nämlich das peinlich primitive Autobahn und das fast ebenso primitive Radioaktivität - das ja zur Hälfte auf Englisch gesungenn wird -, beide von "Kraftwerk" (die überhaupt in Sachen Musik Deutschlands Botschafter des schlechten Geschmacks im Ausland waren: Auch in England waren sie die einzigen, die einen Nr.-1-Hit landen konnten, nämlich "Das Modell" - von gleicher Art und Güte). Dafür weiß außerhalb Frankreichs kaum jemand, daß Welthits wie "My way", "Yesterday when I was young", "What now my love", "The good life", "Let it be me", und "The windmills of my mind" nicht die englischen Originale, sondern nur die Coverversionen von "Comm' d'habitude", "Hier encor'", "Et maintenant", "La belle vie", "Je t'appartiens" und "Les moulins de mon cœur" sind. Dabei sind die gemeinsamen Schlager doch das einzige echte Band, das "Europa" noch zusammenhält - auch wenn viele Menschen gar nicht wissen, daß von Island bis Griechenland und von der iberischen Halbinsel bis nach Finnland die gleichen Lieder gesungen werden. (Vielleicht sollen sie es nicht wissen, weil sonst herauskäme, wer nicht dazugehört? Es gibt fast 800 türkische Coverversionen von fast 400 europäischen Schlagern, überwiegend aus Mittelmeeranrainerstaaten - einschließlich der aus Marokko, Algerien und Ägypten stammenden Franzosen und Italiener, die knapp 25% ausmachen -, aber nur von einem knappen halben Dutzend deutscher Originale - die meist nicht als solche empfunden werden, da sie entweder keinen deutschen Titel tragen oder nur in nicht-deutschen Coverversionen bekannt sind -, und oft von Titeln, zu denen es keine deutsche Coverversion gibt, weshalb sie hier fehlen. Meist wurden sie interpretiert von Emigranten, die im Ursprungsland der Titel lebten; und bezeichnenderweise floppten sie fast alle - westliche Musik kommt bei den Türken halt nicht einmal in Übersetzung gut an. Und wenn gelegentlich behauptet wird, daß z.B. Neil Sedaka und Richard Anthony "türkischer Abstammung" seien, dann ist das schlicht falsch: ihre Eltern waren aus der Türkei vertriebene Juden. Vergessen wir nicht, daß der Koran den ihm Unterworfenen leichte Musik verbietet, und daß der fundamentalistische Islam in der Türkei wieder auf dem Vormarsch ist. Schon deshalb darf die Türkei, solange dort Moslems herrschen, nie in die EU aufgenommen werden, sonst wäre unser musikalisches Kulturerbe akut gefährdet; und eigentlich ist es auch höchste Zeit, alle strenggläubigen Moslems aus Europa auszuweisen, einschließlich derer, die zum Islam konvertiert sind - das sind oft die schlimmsten, da radikalsten.) "Europa" ist vielleicht nicht ganz richtig, denn das ist ja nur ein geographischer Begriff; richtiger wäre "Europäer", denn die Musik eint europäische Menschen um die ganze Welt - wenngleich auch das gerne verschwiegen wird: In Süd- und Südwestafrika wurden und werden deutsche und niederländische Schlager gehört - und das wird wohl so bleiben, bis die weiße Minderheit von den Schwarzen vertrieben oder ausgerottet wird -, ebenso in Mittel- und Südamerika spanische Schlager - obwohl auch dort in vielen Ländern die "Lateinamerikaner", d.h. die Menschen europäischer Abstammung, längst zur Minderheit geworden sind. (In Brasilien z.B. ist die Negermusik des Nordostens, die wir für "typisch brasilianisch" halten, viel weniger populär als etwa die Schnulzen eines Julio Iglesias - der dort über 100 Goldene und Platinplatten bekommen hat, was Weltrekord ist - oder einiger Italiener, und sogar ein deutscher Titel wie "Zucker im Kaffee" konnte sich dort wochenlang an der Hitparadenspitze halten.) Und selbst in den USA ist die polnische Fassung von "Herzen haben keine Fenster" in den letzten kleinen Gemeinden der osteuropäischen Einwanderer, die noch nicht im berüchtigten "Melting pot" untergegangen sind, ein Riesenhit geworden. (Daß englische Songs die Brücke zur immer weiter schrumpfenden Minderheit der "White Anglo-Saxon Protestants" in Nordamerika bilden, ist ohnehin klar.)

Aber Lieder können nicht nur Brücken sein, und sie handeln nicht nur von zwischenmenschlicher Liebe oder der Liebe zu Tieren. Gewiß, man kann auch eine Stadt lieben und besingen - das geschieht sogar recht häufig: Von New York bis San Francisco (oder, wie die Amerikaner sagen, von Boston bis Denver), von Las Vegas bis Monte Carlo, von Casablanca bis Athen, von Rom bis Rio (und dort natürlich besonders die Copacabana), von Paris bis Hawaii, von Moskau bis Petersburg, von München bis Manila, von Berlin bis Bochum, von Stralsund bis nach Wien, von Shanghai bis Bangkok, von Tokyo bis Bitterfeld - ja, auch die weniger schönen Ecken nicht nur von Sachsen, sondern auch von New York, Hamburg und Berlin, wie Spanish Harlem, Sankt Pauli und Kreuzberg. Andere fahren nach Phoenix (in der französischen Version nach Marseille) oder nach Lodz. Das ist alles in Ordnung. Im Zeitalter des Urlaubstourismus werden auch pauschale Liebeserklärungen an Pauschalreiseländer, wie Bella Italia, Eviva España, Griechenland und Mexiko als ganz normal empfunden. Aber dann scheiden sich die Geister: In den USA ist z.B. "I'm proud to be an American" ebenso selbstverständlich wie in Italien "L'italiano" oder in [Süd-]Frankreich Je viens du sud; und man billigt auch eingebürgerten Franzosen zu, sich noch an ihre Heimat zu erinnern, wie in La Maritza (auch das Thema "im Schlager besungene Flüsse" wäre mal eine gesonderte Liste wert!) oder in Pour toi, Arménie (ein Lied, von dem böse Zungen behaupten, daß es wahrscheinlich mehr dazu beigetragen hat, die Türkei aus der EU fernzuhalten als jedes sachliche Argument). Umstrittener war - selbst in Frankreich - "Si j'avais un frère au Vietnam". Ich glaube, wenn jemand in Deutschland auf die Idee käme, "Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein" zu singen oder "Wenn ich einen Bruder in Südwestafrika hätte, der gegen die Hereros kämpfte, würde ich ihm von Deutschland sprechen und ihm eine Ansichtskarte von der Feldherrenhalle schicken" - den würde man wahrscheinlich ins Gefängnis oder in die Klapsmühle stecken. (Man hat ja sogar ein harmloses Liedchen wie Kein schöner Land in dieser Zeit aus der neuesten Auflage der Mundorgel gestrichen, jenem einst so populären Fahrtenbüchlein, das durch solche und ähnliche Streichmaßnahmen gegen angeblich "prä-faschistoides Gedankengut" völlig auf den Hund, äh... auf den politisch-korrekten Gutmenschen gekommen ist. Das Lied "Ich bin ein Preuße, kennt Ihr meine Farben?" wurde selbstverständlich 1945 verboten - zusammen mit dem Staat Preußen -, und wwenn Dirk Busch in "Violinista" singt: "Sono un tedesco vero", dann ist das natürlich nicht ernst gemeint, sondern nur eine parodistische Anspielung auf "Sono un italiano [un italiano vero]" von Toto Cutugno. Bemerkenswerterweise sind auch die französische und die israelische Coverversion von "L'Italiano" - Méditerraanéenne und Ani chozer habayta - ganz harmlose Liebeslieder, obwohl es sonst weder den Franzosen noch den Israelis an Patriotismus fehlt. Bei der niederländischen Fassung - Als ik maar bij jou ben - merkt man noch ganz deutlich, daß der Text ursprünglich als Liebeserklärung an die Heimat, "das flache Land", gedacht war - unter vielen Seitenhieben auf andere Länder -, aber dann nachträglich zu einem simplen Liebeslied degradiert wurde, indem man zweimal "vrouw" einsetzte.) In jedem anderen Land der Welt würde dort jemand landen, der wie Udo Jürgens "Lieb' Vaterland" singt, oder wie Udo Lindenberg "Der blaue Planet" - wenn er nicht sogar an die Wand gestellt würde. (Muß man eigentlich, um mit anderen Ländern und Leuten gut Freund sein zu können, seinen eigenen Staat, seine eigenen Landsleute, seine eigene Kultur, seine eigene Sprache und seine eigene Musik hassen? Einige Leute scheinen das zu glauben; ich glaube vielmehr, daß das Gegenteil richtig ist!) Vielleicht sagen Schlagertexte mehr über ein Land und eine Gesellschaft aus als so manche Tageszeitungen, Nachrichtenmagazine und Geschichtsbücher. Wer weiß schon, daß "Wenn ein Schiff vorüberfährt" von Julio Iglesias im Original ein Blut-und-Boden-Song ist, der Mutterland, Vaterland, heimische Scholle und die Hausgötter verherrlicht? (Auch das ist ein Grund, die fremdsprachigen Texte endlich einmal mit einander zu vergleichen!) Oder daß "By the rivers of Babylon" ein altes zionistisches Hetzlied gegen den Irak ist (nachzulesen im Alten Testament)? Aber so etwas darf hier ungestraft gesungen werden; verboten wurde dagegen ein harmloses Liedchen wie "Unser tägliches Brot ist die Liebe" - für das Peter Alexander (der über die Jahrzente die meisten deutschen Coverversionen ausländischer Songs aufgenommen hat und dem überdies das Verdienst gebührt, den Wiener Walzer in die Schlagerszene eingeführt zu haben) beinahe exkommuniziert worden wäre, weil er da drei Wörter aus dem Vaterunser zitiert. Ist das fair?

A propos fair: Ich habe nur die Namen der Interpret[inn]en dazu geschrieben, nicht die der Komponisten, Texter und Arrangeure. Macht nichts, denn mit dem Nachsingen ausländischer Schlager auf Deutsch sind ohnehin nur solche Interpreten dauerhaft im Geschäft geblieben, die ihre Texte und/oder Arrangements selber gemacht haben bzw. einen festen "Partner" hatten. Die besten deutschen Übersetzungen ausländischer Schlagertexte stammen von Jürgen Udo Bockelmann alias "Udo Jürgens" (der übrigens auch einige gesellschaftskritische Lieder geschrieben hat), Lothar Werner alias "Michael Holm", Fritz Jahn alias "Fred Jay" (aus dessen Nachlaß übrigens der gleichnamige Preis für deutschsprachige Schlagertexte gespeist wird) - der u.a. die Texte für Howard Carpendalle geschrieben hat (der sich die Musik oft selber zugeschrieben hat, obwohl in Wirklichkeit Werner Dies dahintersteckt, der sie "arrangierte") -, Christian Bruhn (der für Manuela, Mireille Mathieu und vor allem seine Frau Karin alias "Katja Ebstein" schrieb, ebenso wie - freilich weniger gut und weniger erfolgreich - Horst Jüssen für seine Frau Aneléna Valaitis) und von Ronald Keiler alias "Roland Kaiser" (dem wir einige sehr schöne deutsche Fassungen italienischer Hits verdanken, die sonst bei uns so stiefmütterlich behandelt werden - meist werden ja nur englische Titel gecovered, und hin und wieder mal ein französischer); die besten Arrangements stammen von Werner Scharfenberger (der vor allem ein Meister darin war, schwache Stimmchen dezent mit starken Hintergrund-Chören zu unterlegen), Werner Twardy (der vielleicht nicht ganz so gut, aber dafür umso erfolgreicher war), Hans Blum alias "Henry Valentino", Joachim Heider alias "Alfie Khan" und Dieter Bohlen. Leider haben die letzteren der Versuchung nicht widerstanden, auch selber zu singen, was nicht gerade ihre Stärke war, und damit nicht nur Hohn und Spott auf sich gezogen, sondern auch die Paparazzi der Klatsch- und Tratschpresse, die ihr Privatleben an die Öffentlichkeit gezerrt haben. (Übrigens gibt es auch im Ausland Schlagersänger[inn]en mit skandalträchtigem Privatleben.) Das sollte man nicht tun, deshalb habe ich hier auf Biographisches weitgehend verzichtet. (Das meiste, was man so hört und liest, stimmt sowieso nicht, von den Geburtsdaten der Sängerinnen bis zur Todesursache einiger Sänger.) Nur wenn ein Text einen biographischen Kommentar förmlich aufdrängt, mache ich Ausnahmen.

Nun kommt es aber nicht allein auf den Inhalt eines Schlagertextes an - sonst könnte man ihn ja einfach als Gedicht aufsagen -, und auch nicht nur auf die Melodie eines Liedes. Vielmehr spielen die Sprachmelodie, der Satzbau und die Betonung des Textes ebenso eine Rolle wie Takt und Rhythmus der Musik, die Harmonien, die Instrumentierung, kurz das Arrangement. Und beides steht ja nicht isoliert nebeneinander im Raum, sondern bildet ein Ganzes, das zusammen passen muß; im Idealfall deckt sich z.B. die Betonung der tragenden Silben mit der der tragenden Töne - ich glaube, daß dies die eigentliche Kunst eines guten "Liedermachers" ist, die das Lied zum "Schlager" im Sinne von "Hit" macht. Wenn man unter diesem Gesichtspunkt Vergleiche anstellt, macht man die überraschende Entdeckung, daß die deutschen Coverversionen fast immer besser "gemacht" waren als die ausländischen Originale. (Umgekehrt gilt das nicht, was daran liegen mag, daß praktisch nie ein deutscher Titel im Ausland gecovert wird; vielmehr macht sich in der Regel eine Deutscher mit dem Wörterbuch daran, einen deutschen Text z.B. ins Lübke-Englisch zu übersetzen und das "Gesamtkunstwerk" dabei völlig zu verhunzen; und nachher wundert er sich, daß das Ergebnis bestenfalls als Parodie herhalten kann.) Ich glaube nicht, daß etwa die deutschen Fassungen von "Azzurro", "Mendocino", "Candida", "Deine Spuren im Sand", "Es wird Nacht Señorita" oder "Fremde oder Freunde" Hits geworden wären, wenn sie ihren englischen, französischen bzw. italienischen Originalen da nicht haushoch überlegen gewesen wären. Ja aber, sagen die Kritiker, an die anspruchsvollen Texte der französischen Chansons und italienischen Canzonen kommen die deutschen Schlager nicht heran. Nun, erstens bezweifle ich, daß diese Kritiker so perfekt Französisch oder Italienisch beherrschen, daß sie das beurteilen können. (Übrigens gibt es auch schlechte Chansons und Canzonen.) Und zweitens sind das keine Schlager! Die französischen und italienischen Schlager sind von Musik und Text her im Schnitt nicht besser als die deutschen. Musikalisch hört man das auf Anhieb, wenn man etwa "Colombe ivre" oder "Le rossignol anglais" auflegt. Und wer "Dondolo" oder "Zieh' dich nicht aus, amore mio" für primitiv hält, sollte sich mal den Originaltext von "Sound asleep" oder "Amada mia" antun. Bei "You can never stop me loving you" oder "Mademoiselle Ninette" würde angesichts jener Vergewaltigung der englischen Sprache durch den die Betonung völlig verschiebenden Rhythmus wohl jeder, der es nicht besser wüßte, glauben, die englische Fassung sei die schlechte Übersetzung eines deutschen Originals. Besonders interessant wird ein Vergleich, wenn jemand mehrere Lieder ein- und desselben Interpreten covert, wie z.B. Volker Lechtenbrink solche von Kris Kristofferson, Dirk Schäfer solche von Jacques Brel, Ina Deter solche von Edith Piaf, Hugues Aufray, Serge Kerval und Klaus Grabenhorst solche von Bob Dylan, Iva Zanicchi solche von Charles Aznavour, Gunter Gabriel solche von Johnny Cash, Wolfgang Ambros solche von Tom Waits oder Daniele Cimitan solche von Wolfgang Ambros, denn dann kann man davon ausgehen, daß er/sie nicht bloß zufällig irgend einen Titel von der Plattenfirma auf's Auge gedrückt bekommen hat, sondern sich das ganz gezielt ausgesucht hat, um es ebensogut - oder besser - nachzumachen.

Ein paar Einschränkungen des Untersuchungsgegenstandes habe ich bewußt gemacht, und ich will auch erklären warum:
Erstens muß ein "richtiger" Schlager in meinen Augen - und Ohren - mehr oder weniger um das Thema Liebe kreisen (zu Mensch, Tier, Stadt, Land, Fluß usw. - s.o.) Was ist daran eigentlich so schlimm, daß man sie als "Schnulzen" verunglimpft? Das war schon im Mittelalter so, bei den Minnesängern. (Deshalb hießen die nämlich so!) Wer Texte mit weltbewegenden politischen Aussagen hören will, soll auf Wahlveranstaltungen gehen oder auf Demos. (Übrigens gibt es auch schlechte Wahlredner und schlechte Demos.) Deshalb fehlen hier Texte solcher sogenannter "Liedermacher", die gar keine Lieder machen, sondern nur politische Gesellschaftskritik vertonen wollen. Wie meinte schon der alte Goethe: "Ein politisch Lied, ein garstig Lied". Aber gibt es denn überhaupt unpolitische Gesellschaftskritik? Ja, es geht auch unpolitisch und humorvoll; das beweisen z.B. die Lieder von Reinhard Mey (die er unter dem Namen "Frédérik Mey" fast alle auch auf Französisch gesungen hat - auch noch nach der Scheidung von seiner französischen Frau Christine) und auch einige Schlager von Bernhard Brink. Dagegen geht z.B. Udo Lindenberg unpolitischer Humor fast völlig ab; deshalb habe ich von ihm nur die Liebeslieder und den "Sonderzug nach Pankow" aufgenommen - und "Dr. Kimbel auf der Flucht", mit einer entsprechenden Anmerkung. Wenn Berufsgruppen humorvoll auf die Schippe genommen werden wie die Politiker, Meteorologen, Ärzte oder Klempner von Reinhard Mey oder die Bundeswehrsoldaten von Mike Krüger, habe ich das durchgehen lassen, aber nicht das verbiesterte Niedermachen junger Wehrpflichtiger wie in "Der ewige Soldat" von Juliane Werding (nach Donovans - und Don McLeans - "The Universal Soldier"). Tierverachtendes nehme ich ebensowenig auf wie Menschenverachtendes. Also gibt es bei mir kein "Gemma Tauben vergiften im Park" von diesem widerlichen Zyniker Georg Kreisler, dto nichts von den "Böhsen Onkelz" - auch nicht die Texte, die nicht wegen ihres rechtsradikalen Inhalts verboten sind, von denen sind einige nämlich noch schlimmer - und kein "Rap" (meine Definition: mit Krach unterlegtes Gekläff schwarzer Rassisten). Weggelassen habe ich ferner verlogene Immigranten-Lamenti wie "Er wollte nach Deutschland" von Udo Lindenberg, "Bin ich denn anders?" von Erik Silvester und "Brüder" von Rainhard Fendrich oder Aufrufe, Südafrika schwarzen Terroristen auszuliefern, wie "Johannesburg" von Howard Carpendale - wir sehen ja, wohin das geführt hat, zum Schaden aller dort lebenden Völker und Rassen. (Wer so etwas textet und singt, gehört zur Strafe lebenslänglich dorthin verbannt, wo er das Unheil angerichtet hat, in diesem Fall mitten in die Hauptstadt Südafrikas, oder noch besser, gleich nach SOWETO.) In der Regel sind solche Machwerke ohnehin nicht im Ausland gecovert worden. (Wie auch Charles Aznavour "Ils sont tombés" dankenswerterweise nicht auf Deutsch gesungen hat - sondern nur in allen anderen Sprachen -, was mich der Notwendigkeit enthebt, diesen Titel zu streichen; gerade er müßte es besser gewußt haben, denn seine Mutter war Armenierin aus der Türkei.) Aber einige deutsche Produzenten konnten sich ja nicht verkneifen, sie ins Lübke-Englisch, -Französisch usw. übersetzen zu lassen, um sie - meist ohne Erfolg - auf die ausländischen Plattenmärkte zu drücken. Ein typisches Beispiel dafür ist z.B. Katja Ebstein, deren "Ein Indiojunge aus Peru" habe ich zwar mit aufgenommen habe, aber nur mit einer entsprechenden Anmerkung. Hart an der Grenze - aber wohl noch harmlos gemeint und verstanden - ist "Zwei kleine Italiener"; aus anderen Gründen hart an der Grenze sind Stücke wie "In Chicago" und "El Lute", in denen ganz offen Kriminelle bemitleidet oder sogar verherrlicht werden, oder auch "Marianne" - aber den französischen Text und seine Anspielungen versteht hier in Deutschland ja sowieso niemand, und die Musik ist einfach gut gemacht. Dagegen habe ich einige englische Parodien weggelassen, die allzu einseitig - je nach politischer Couleur - für oder gegen George Bush, Osama Bin Laden, Saddam Hussein u.a. Personen der Zeitgeschichte geschrieben sind. Das sind Eintagsfliegen; echte Schlager sollten so zeitlos sein, daß sie im besten Fall zu Evergreens werden. (Diesen alten Ausdruck finde ich viel schöner als "Oldies".) Von der sogenannten "neuen deutschen Welle" der frühen 80er Jahre - die ja dann ziemlich schnell zu Alteisen geworden ist - kenne ich nur je zwei Coverversionen von Nena und der Spider Murphy Gang; der Rest wurde wohl als einfach zu mistig für die ausländischen Märkte angesehen - und das sehe ich genauso: Der Schlager braucht kein "Hurra", wenn die Schule brennt, keinen "Skandal im Sperrbezirk" und keine "Peep-show".

Zweitens gibt es leider von einigen der besten ausländischen Schlager keine deutschen Fassungen, wie "La fête des fleurs", "Et moi je chante" (auf Niederländisch sing es Conny Vandenbos als "Nog even"), La rencontre oder "Dans la maison vide", die allesamt den Anforderungen an ein "klassisches" Musik-Arrangement genügen. (Die französischen stammen meist von Didier Barbelivien, den in Deutschland kaum jemand kennt, ebenso wenig wie Edmond David Bacri alias "Eddy Marney", der so viele erfolgreiche Coverversionen getextet hat. Auch die - überwiegend von Jacques Revaux und Pierre Delanoë verfaßten - Lieder von Michel Sardou, mit über 100 Top-10-Hits Frankreichs erfolgreichster Schlagersänger überhaupt, der die meisten seiner Titel auch auf Spanisch, viele auf Italienisch und einige sogar auf Englisch, aber keinen einzigen auf Deutsch gesungen hat, sind in Deutschland größtenteils unbekannt geblieben: Ganze zwei - "Et mourir de plaisir" und "Les vieux mariés" - kamen als "Memories" bzw. "Alte Liebe, junges Herz " auf B-Seiten deutscher Singles von Rex Gildo bzw. Bruce Low; von den übrigen landete ein halbes Dutzend Coverversionen auf irgendwelchen obskuren Langspielplatten - der Rest ist Schweigen.) Das ist schade, aber es hat gute, vor allem kommerzielle Gründe: Wenn ein Original zu gut gemacht ist (wohlgemerkt vom musikalischen Arrangement her - die Texte sind ja bisweilen an Dümmlichkeit kaum zu überbieten), hat das deutsche "Remake" kaum eine Chance, sich auch noch am Markt durchzusetzen. Wer da gegen den Stachel löckt, scheitert fast immer - traurige Beispiele sind die toll gemachten Coverversionen von Michael Heymann, die heute praktisch vergessen sind, weil die Originale einfach zu gut waren, um sie zu übertrumpfen.

Die dritte Einschränkung ist eine persönliche, subjektive: Meine Auswahl beginnt Anfang der 1960er Jahre (schließt aber auch Lieder von vor 1960 ein, wenn sie danach nochmal gecovert wurden), nicht nur weil die früheren Schlager "vor meiner Zeit" waren, sondern weil ich der Meinung bin, daß erst mit dem Einzug für jedermann erschwinglicher Plattenspieler "ehrliche" Schlager entstehen konnten. Bis dahin entschieden die Disk-jockeys der Rundfunksender darüber, was ein "Hit" wurde, und die spielten halt die Titel der Plattenverlage und Produzenten, die ihnen am meisten dafür zahlten. (Das klingt biestig, ist aber wahr.) Man kann den Zeitpunkt sogar an einem ganz bestimmten Lied festmachen: Nach dem ersten Schlager, der wirklich ein gesamteuropäischer Hit wurde - und das mitten im Krieg! -, nämlich dem von Lale Andersen gesungenen Lili Marleen, das der deutsche Soldatensender von Belgrad erstmals 1941 ausstrahlte, dauerte es fast 20 Jahre, bis es wieder einen gesamteuropäischen Hit gab, und das war Ein Schiff wird kommen, Titelsong des Films "Jamais le Dimanche" aus dem Jahre 1959, der zunächst eher unbeachtet geblieben war, bis ihn 1960-61 niemand anderes zu einem Nr.-1-Hit machte als - wieder Lale Andersen. (Der Künstlername klingt zwar dänisch, Eulalia Bunnenberg stammte jedoch aus einem Kaff bei Bremerhaven, war also für die Rolle des "Hafenmädchens" geradezu prädestiniert.) Dazwischen hatten auch Wettbewerbe wie der "europäische" Grand-Prix kaum Hits, sondern überwiegend Ladenhüter produziert, die niemand wirklich hören wollte - kein Wunder, das Publikum war dabei doch von niemandem gefragt worden! Sendungen wie die "Hitparade" von Radio Luxemburg mit Frank Elstner und die "ZDF-Schlagerparade" mit Carl-Dieter Heckenscher alias "Dieter Thomas Heck" ermöglichten es dann auch denen, die sich keine Schallplatte (eine Single kostete damals 5.- DM - harte Silbermark, mit einer Kaufkraft wie heute etwa 15.- Teuro -, eine Langspielplatte zwischen 20.- und 30.- DM) leisten konnten oder wollten, sondern nur eine Postkarte (die kostete damals 30 Pf, und ein mit vier Spuren - also unter Verzicht auf Stereo - bespieltes Tonband, auf dem man die Hitparaden mitschneiden konnte, reichte für ca. 200 Titel), Schlager mit zu "machen". (Das war auch ein Stück Demokratisierung, halt auf kulturellem Gebiet; und manchmal frage ich mich, ob diese Art Demokratisierung nicht vielleicht mehr wert war als das, was die Politiker uns gleichzeitig als solche verkauft haben, ob es nicht wichtiger ist, daß ich täglich frei wählen kann, welche Musik ich gerne höre, als alle vier Jahre ein Kreuzchen hinter einer Parteiliste zu machen, auf deren Zusammenstellung ich keinerlei Einfluß nehmen kann, die aber darüber entscheidet, wer mir die nächsten vier Jahre das Geld aus der Tasche zieht. Wer kennt schon noch die sogenannten "Spitzenpolitiker" von anno dunnemals, geschweige denn daß jemand ihre verlogenen Reden und gebrochenen Wahlversprechen noch einmal hören wollte. Aber an die Spitzenreiter der Hitparaden aus meiner Jugendzeit erinnere ich mich noch heute - wie war das: "Poesia, dolce frutto della mente mia, sei qui, sei rimasta nel mio cuore" -, ihre Schlager höre ich immer wieder gerne; und ich glaube nicht, daß deren Texte verlogener sind als die von Politikerreden oder von Literaturkritikern, auch wenn ihnen das gerade von letzteren immer wieder nachgesagt worden ist.) Na klar, auch da gab es Manipulationsmöglichkeiten; so behaupten z.B. böse Zungen, Peter Orloffs Ladenhüter "Monika" wäre nie Nr. 1 in der ZDF-Hitparade geworden, wenn nicht seine "Fanclubs" Tag und Nacht Postkarten gepinselt hätten. Deshalb glich man die Plazierungen später den Verkaufszahlen der Plattenläden an; aber auch danach hörten die Gerüchte um Manipulationen nicht auf - wie konnte sonst das abscheuliche "Lied der Schlümpfe" von Pierre Kartner alias "Vader Abraham", das niemand auch nur geschenkt haben, geschweige denn kaufen wollte, monatelang Nr. 1 sein? (Wolfgang Petry hat mal behauptet, die Verkaufszahlen seien allesamt getürkt gewesen; der erfolgreichste Schlagersänger der 1970er und 1980er Jahre sei vielmehr er selber gewesen - aber dieser linken Bazille muß man nun auch nicht alles glauben. Dagegen glaube ich Manuela ohne weiteres, daß man für eine Teilnahme an der ZDF-Hitparade 30.000.- DM zahlen mußte - so etwas denkt man sich nicht aus! Aber vor Gericht beweisen konnte sie es nicht, als das ZDF sie verklagte, denn alle anderen hielten natürlich schön den Mund. Sie verlor den Prozeß und bekam nie wieder einen Fernsehauftritt in Deutschland.)

Die 1960er und 1970er Jahre waren die Hoch-Zeit der deutschen Übersetzungen - sowohl ins Deutsche als auch aus dem Deutschen. Internationale Stars, vor allem solche, die im Original nicht auf Englisch sangen, wie Charles Aznavour, Gilbert Bécaud, Dalida, Joe Dassin, Julio Iglesias oder Nana Mouskouri, sangen fast alle ihre Schlager auch auf Deutsch; und wer immer Erfolg mit einem deutschen Titel hatte, versuchte ihn auch irgendwie im Ausland unterzubringen, wenngleich meist mit nur bescheidenem Erfolg (die Gründe dafür hatte ich schon genannt). In den 1980er Jahren begannen auch deutsche Schlagerschreiber, ihre Texte gleich auf (Lübke-)Englisch zu verfassen - wer erinnert sich nicht mit Grausen an Boney M., Dschinghis Khan, Les Humphries Singers und wie sie alle hießen. Kein Wunder, daß auch dazu deutsche Versionen auf den Markt kamen, die deutlich besser waren. (Man vergleiche nur mal "Keep love alive" - das englischen Original aus deutscher Feder - mit "Sie lebt in Dir" - der Nachdichtung.) Seit den 1990er Jahren ist es außer Mode gekommen, fremdsprachige Schlager auf Deutsch nachsingen zu lassen; selbst die erfolgreichste französische Schlagersängerin jener Zeit, Patricia Kaas (Céline Dion ist Kanadierin und singt überwiegend Englisch, auch wenn viele Franzosen das nicht wissen ;-), hat es nie für nötig befunden, auch nur einen einzigen ihrer Titel auf Deutsch zu singen, obwohl sie das angeblich fließend spricht. (Nicht, weil sie aus Elsaß-Lothringen kommt - dort ist das Moselfränkische nach anderthalb Jahrhunderten des Verbots und der Verfolgung ausgestorben -, sondern weil ihre Mutter gebürtige Deutsche ist.) Dennoch hat sich die Bundesregierung nicht entblödet, ihr das Bundesverdienstkreuz umzuhängen für ihre Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft, deren "Personifizierung" sie sei. Das ist leider nur zu wahr, denn sie beweist schlagend, daß auch Elsaß-Lothringen keine Brücke zwischen Frankreich und Deutschland mehr ist, nicht mal in musikalischer Hinsicht. (Der Belgier Freddy Birset und der Elsässer Serge Nelson haben wenigstens versucht, mit ihren Coverversionen eine solche Brücke zu schlagen - wenn, dannn hätten sie das BVK verdient gehabt -, aber ihre relative Erfolglosigkeit hüben wie drüben sagt eigentlich alles. Grenzübergreifende Übersetzungen sind halt generell out. Allenfalls wird mal ein alter Schlager neu arrangiert - aber das ist nur noch in den seltensten Fällen eine Verbesserung gegenüber dem Original. (Das gilt nicht nur für Deutschland; wer z.B. mal die gräßlichen Neuaufnahmen gehört hat, die Tom Jones seinen alten Hits angetan hat, wendet sich mit Grausen - da waren die von Peter Alexander gesungenen deutschen Fassungen zehnmal besser!) Wenn ausnahmsweise neue Texte geschrieben wurden (auch zu Zwecken der Werbung und/oder der Parodie, vor allem von den beiden notorischen Blödelfriesen Mike Krüger und Otto Waalkes), habe ich diese zum Vergleich hinzugesetzt. Besonders reizvoll finde ich den Vergleich zwischen Coverversionen, die sich krampfhaft an eine Übersetzung des Originaltextes halten und solchen, die versuchen, dessen Lautmalerei nachzuahmen. Das ist wie gesagt die Kunst des Liedermachers, zu erreichen, daß der Rhythmus der Sprache und der Musik zusammenpassen. Man kann z.B. "Que será mi vida" wörtlich wiedergeben mit "Wie wird sein mein Leben" und dabei sogar den Silbenstand wahren, aber das lange Verweilen auf dem "mein" wird immer unnatürlich klingen. Dagegen wird "Seh'n wir uns nie wieder" perfekt passen, als sei es ein deutscher Originaltext. Umgekehrt klänge "An den Pforten der Sonne, den Gestaden des Meeres..." - die wörtliche Übersetzung von "Alle porte del sole..." - irgendwie besser als das schlichte, um nicht zu sagen banale "Auf der Straße der Sonne, da bist Du mir begegnet..."

Nach diesen Einschränkungen ging ich ursprünglich von etwas über 2.000 Titeln aus, deren Texte ich miteinander vergleichen wollte; inzwischen bin ich bei knapp 4.000 angelangt. Damit dürfte allerdings die Obergrenze erreicht sein, d.h. mehr deutschsprachige Schlager, von denen es fremdsprachige Fassungen gibt - oder umgekehrt - werden sich kaum finden lassen. Diejenigen, die behaupten, mehr gefunden zu haben, haben offenbar falsch gezählt, z.B. die Betreiber der Seite Coverinfo, die angeblich auf 9.000 kommen (aber z.Z. auch "nur" etwas über 2.000 Datensätze haben) oder die der Seite Second Hand Songs, die gar knapp 10.000 Titel mit knapp 24.000 Coverversionen gezählt haben wollen. Aber die nehmen halt auch Titel auf, von denen es keine deutsche Fassung gibt (90% ihrer Einträge sind englische Titel) und zählen jede gleichlautende Coverversion mit (d.h. wenn ein Titel von einem Dutzend Interpreten gesungen wurde, kommen sie auf ein Dutzend Einträge, auch wenn der Text identisch ist - was sie übrigens nicht kenntlich machen). Wenn dagegen ein- und derselbe Interpret ein Stück in verschiedenen Sprachen singt, fällt alles bis auf das Original flach. (Das gilt auch, nachdem Coverinfo dazu übergegangen ist, in einer Fußnote zu erwähnen, wenn auch der Originalinterpret eine Coverversion gesungen hat; wenn es nämlich keine anderen gibt, fällt er unter den Tisch.) Im Durchschnitt kommen bei mir auf ein Original 3,5 Coverversionen mit abweichendem Text (so gerechnet käme ich auch auf 18.000 Titel ;-), wobei ich nicht ausschließen kann, daß es noch mehr gibt, die ich bisher nicht kenne. Da nehme ich gerne Hilfe an; wer also Ergänzungsvorschläge machen oder Fehler korrigieren will, schicke mir bitte eine Mail, möglichst gleich mit Text oder URL. Auch für Korrekturen und konstruktive Kritik an meinen Kommentaren bin ich offen - schließlich bin auch ich nicht unfehlbar. Allen, die mir schon geholfen haben, ein herzliches Dankeschön, besonders Thierry (der die Texte seiner Seite Paroles jetzt wohl unter dem Namen Abazada fortführt), Klaus aus Berlin, Dennis der Hummel, Angela und Otto Janko aus Wien, Roman aus Stuttgart, Florian vom Songtext-Archiv, Angelikas Grufties bei BASC, Leo dem Lyriker, Martin dem Superlyriker, Dominik dem Lyrixer, Janusz vom Songtext-Archiv, Rico von Lyrics 3000, Jari aus Turku, Roland aus Linz, Venetia von Lyrical Musings, Waltertje, Vic van de Reijt, Charly dem Parodien-Sammler von "Am I right", den Baby Boomers vom "Lyrics Playground", den Jungs und Mädels von Lirama (die jetzt leider auch dazu übergegangen sind, identische Texte verschiedener Interpreten als jeweils eigene "Coverversion" aufzuführen und mitzuzählen, während z.B. Thierry eisern daran festhält, solche Texte nur einmal aufzuführen und halt dazuzuschreiben, von wem sie sonst noch gesungen wurden), den Machern der ganz hervorragenden Internet-Radioprogramme (in alphabetischer Reihenfolge) Bide-et-musique, Mascotte-radio, Mélodisque, Memory Radio, Radio ti ricordi, Radio Zilvervos und Super Oldies, Pino aus Brasilien, "Rato" der Mozambique-Maus, sowie Richard Weitze und seiner Bear Family. Dagegen muß ich an dieser Stelle vor einer Webseite ausdrücklich warnen, deren Betreiber sich z.B. auf Google die vorderen Plätze gekauft haben und behaupten, Songtexte und Videoclips bereitzustellen, nämlich "www.songtexte.com". Tatsächlich ist das ein großangelegter Schwindel, d.h. wenn man Glück hat, erscheint eine Seite mit Werbung und dem Hinweis, daß leider "noch" keine Texte und Videos vorhanden sind, wenn man Pech hat, stürzt das Programm ab. Auch von "www.songtext-info.de" ist noch nichts Gescheites gekommen; meist findet man dort einen Standardtext mit Werbung und ein paar Links, die entweder tot sind oder im Kreise herumführen. Eine Kuriosität besonderer Art bietet "www.metrolyrics.com" - die haben alle ihre Texte im ASCII-Code geschrieben. Das ist zwar einerseits löblich, da es das Lesen mit allen Browsern überall auf der Welt ermöglicht, aber meist überflüssig, jedenfalls für lateinische Buchstaben, die heute jeder auch bei "normaler" Programmierung lesen kann; andererseits nimmt so ein Text den 5-6-fachen Speicherplatz in Anspruch.

Und noch ein paar Worte in eigener Sache:

Ich bekomme immer häufiger Klagen, daß die Seite "down" ist, weil das Download-limit ausgeschöpft ist. Mein Provider kann nun mal nicht unbegrenzt kostenlos Zugriffskapazitäten zur Verfügung stellen; aber jeder Surfer kann etwas zur Vermeidung dieses Ärgernisses beitragen, indem er sich die Einzeltexte mit der rechten Maustaste und der Option "in neuem Fenster öffnen" holt, statt sie im selben Fenster zu laden und dann jedesmal über den "Zurück-Link" zur Ausgangsseite zurückzukehren. (Ein User hat es am 9.9.2008 fertiggebracht, mit dieser Methode binnen 24 Stunden sage und schreibe 4.730 Texte aufzurufen - das ist in etwa die Zahl der Aufrufe, die mein Provider sonst insgesamt pro Tag zurückweist wegen Überschreitung der Zugriffshöchstgrenze.) Und wenn die Seite dann doch mal down ist, kann man zur Not auch auf den Google-cache zu[rück]greifen; ich habe keiner Seite ein "no cache" einprogrammiert.

À propos: Geocities hat angekündet, seinen Webdienst zum 26.10.2009 einzustellen (was ich sehr bedaure, denn es war viele Jahre lang ein sehr zuverlässiger Provider); von da an werden diese Seiten nur noch hier vorhanden sein.

Und à propos Klagen: Viele andere Schlagerseiten, die es früher gab, hat man inzwischen dicht gemacht. Man, das sind die "Rechteinhaber", die ihr Copyright verletzt sahen und gegen die Seitenbetreiber mit juristischen Mitteln vorgegangen sind. (Ehrlich gesagt hatten viele Betroffene ihre Seiten auch kommerziell genutzt, und sei es durch bezahlte Werbung Dritter; dann doch lieber eine Gratis-Seite, die ab und zu mal "down" ist.) Mir ist das bisher noch nicht widerfahren, auch nicht von solchen, die dafür "berüchtigt" sind, und deren Texte es sonst nirgendwo mehr gibt. (Ein einziges Mal hat sich ein Rechteinhaber aus den USA gemeldet; aber das war eher eine Anfrage als eine Abmahnung; und als ich ihm erklärte, was diese Seite bezweckt, war er sofort einverstanden, daß sein Text drauf blieb - wohlgemerkt ohne Tantiemenzahlung ;-) Das rechne ich vor allem denen hoch an, deren Musik, Text und/oder Interpretation ich mehr oder weniger freundlich kritisiert habe; wahrscheinlich haben sie richtig erkannt, daß das hier eine kostenlose Werbung für sie ist, und daß selbst die schlimmste Kritik noch immer "Reklame durch die Hintertür" ist; denn wer liest, wie schlecht etwas angeblich ist, kauft es vielleicht gerade deshalb, um selber nachzuprüfen, ob die Kritik berechtigt ist.

Dennoch mein Hinweis: Wer seine Rechte durch diese Seite oder Teile davon verletzt sieht, sie glaubhaft macht und mich zur Unterlassung auffordert, dessen Text[e] werde ich unverzüglich, d.h. ohne lange zu streiten, mit einem entsprechenden Hinweis vom Netz nehmen. Ebenso werde ich einen Hinweis gem. § 63 UrhG auf allen Texten anbringen, deren Rechteinhaber mir mitteilt, wie dieser korrekt zu lauten hat. (Bis dahin mache ich geltend, daß mir dies unbekannt ist; leider strotzt auch und gerade die Webseite der GEMA von sachlichen und sinnentstellenden Schreibfehlern, die ich nicht ungeprüft übernehmen möchte.) Es bedarf also keiner kostspieligen Einschaltung eines Rechtsanwalts, geschweige denn eines Gangs vor die Gerichte. Wer meint, dennoch klagen zu müssen, möge zuvor einen Blick auf § 51 S. 1 UrhG werfen; ich glaube, daß meine "Schlagerseiten" mittlerweile den Anforderungen der Rechtsprechung an ein "eigenständiges wissenschaftliches Werk mit Zitaten" genügen; eine gewisse "Forschungsarbeit" gehört schon dazu, all die Coverversionen aufzustöbern, erst recht, sie miteinander zu vergleichen. Im übrigen bin ich auch abseits aller Juristerei ehrlich überzeugt, daß diese Seite mehr Wissen schafft - und zwar relevantes Wissen, nämlich über die Alltagsmusik und damit über die Kultur unserer Nachbarn - als so manches "wissenschaftliche" Projekt an Universitäten und anderen Hochschulen. Die Universität Oldenburg hat anno 2008 eine Dissertation angenommen, die anhand von sage und schreibe 136 deutschen Schlagertexten untersucht hat, wie es darin um die Liebe steht, und zu dem weltbewegenden Ergebnis gelangt ist, daß früher mehr von Liebesfreud und heuer mehr von Liebesleid gesungen wird. Ganz abgesehen von der Banalität der Fragestellung (als ich studierte, hätte man dafür allenfalls einen Proseminarschein bekommen ;-) ist die "wissenschaftliche" Basis für solche Aussagen viel zu schmal (136 Texte à durchschnittlich 25 Zeilen - das sind vier "top"-Schlagertextheftchen seligen Angedenkens à 32 Seiten; früher mußte man für eine Doktorarbeit mehr als 136 dicke Schinken durcharbeiten!), und demzufolge dürfte auch das Ergebnis schlicht falsch sein: Nach meinen Feststellungen, der ich mindestens zehnmal so viele Liebesliedchen "studiert" habe, überwogen zahlenmäßig schon immer die Schlager über "Liebesleid" die über "Liebesglück" - was im übrigen nichts über ihren kommerziellen Erfolg aussagt.

Soweit ich Texte lediglich durch Links auf andere Seiten eingebunden habe, auf die ich keinen eigenen Einfluß habe, muß ich die Verantwortung für diese natürlich ablehnen; falls mich irgendjemand auf irgendetwas aufmerksam macht, was dort nicht in Ordnung ist, werde ich auch solche Links entfernen. Das gilt insbesondere für Videoclips von YouTube o.ä. Seiten, wo ich nicht beurteilen kann, ob dort Copyrights verletzt werden; bis man mir das Gegenteil darlegt, vertraue ich darauf, daß die Betreiber solcher Seiten dies selber regelmäßig überprüfen, und daß die Rechteinhaber sich ggf. zunächst dort melden.

zu den Texten:

Die Transkription der nicht mit dem lateinischen Alphabet geschriebenen Sprachen ist bisweilen problematisch. In der Regel folge ich der Schreibweise, d.h. ich schreibe im Russischen und Bulgarischen das "ц" nicht als "ts", sondern als "z", das unbetonte "o" nicht als "a", sondern als "o", und das (weiche) "и" nicht als "ji", sondern einfach als "i". [Das (harte) "ы" schreibe ich als "y"].
Im Griechischen transkribiere ich das "η" sowie die Diphtonge "αι", "ει" und "oι" nicht so, wie sie allesamt gesprochen werden - also als "i" -, sondern so, wie sie geschrieben werden - also als "ä", "ai", "ei" und oi -, als Orientierungshilfe für Altsprachler; dagegen schreibe ich die [Halb-]Konsonanten in der Regel so, wie sie heute gesprochen werden, also das "υ" nicht als "y", sondern entweder als "i" oder als "u" [eine Ausnahme von dieser Regel mache ich, um Verwechslungen zu vermeiden, wenn es zwei Wörter gibt, die sich nur durch ein "i" oder ein "y" unterscheiden], das "μπ" nicht als "mp", sondern als "b", das "β" nicht als "b" oder "v", sondern als "w", das "γγ" nicht als "gg", sondern als "ng" und das "ντ" nicht als "nt", sondern entweder als "d" oder als "nd"; das "φ" schreibe ich nicht "f", sondern "ph"; das Fragezeichen schreibe ich anders als die Griechen selber nicht ";", sondern "?".
Urdu/Hindi transkribiere ich so, wie es früher in Deutschland üblich war, nicht nach den irreführenden anglo-amerikanischen Systemen, die heute immer mehr einreißen.
Japanisch versuche ich weitgehend so zu transkribieren, wie es sich spricht, d.h. das "ou" als (langes) "ō" und das stumme "u" am Silbenende anders als üblich nur als Apostroph. [Dagegen lasse ich das in manchen Silben mehr oder weniger verschluckte "i" meist als solches stehen.] Ebenfalls anders als üblich setze ich einen Bindestrich ("-") zwischen einem Wortstamm und einem Kana, das eine Beugung anzeigt wie es bei uns Endungsbuchstaben tun.
Bei den semitischen Sprachen muß ich passen; deren Transkription übernehme ich so, wie ich sie eingeschickt bekomme, ohne Gewähr für konsequente Einheitlichkeit.
Bei mit dem lateinischen Alphabet geschriebenen Sprachen folge ich den Schreibregeln im Zeitpunkt der ersten Veröffentlichung, d.h. für 99% der deutschen Texte, daß ich die jüngsten Rechtschreibreformen außer Acht lasse.
Da die wenigen indonesischen Texte hier durchweg von Anneke Grönloh oder Sandra Reemer gesungen wurden, folge ich auch da der alten - niederländischen - Schreibweise ("oe", "tj", "dj" und "j" statt "u", "c", "j" und "y"), obwohl ich persönlich die neue für besser halte und Bahasa auch schon danach gelernt habe. (Ich kenne auch die meisten indonesischen Schlager nach der Rechtschreibreform und vor der Re-Islamisierung, aber keine, von denen es deutsche Fassungen gäbe oder umgekehrt.)
Die polnischen, tschechischen und kroatischen Sonderzeichen übernehme ich vollständig, ebenso die türkischen (also z.B. auch den so oft vergessenen i-Punkt auf Großbuchstaben).
Die vietnamesischen Sonderzeichen stelle ich dar, soweit mein Textverarbeitungsprogramm das zuläßt.
Im Italienischen mache ich die Auslassung eines Endungsvokals, so es sich nicht um eine dialektale Besonderheit, sondern nur um dichterische Freiheit zur Wahrung des Versmaßes handelt, durch einen Apostroph kenntlich, wiewohl das nicht üblich ist. (Dagegen halte ich es für ein Unding, den Akzent durch einen Apostroph zu ersetzen, wie dies in letzter Zeit - wohl unter dem Eindruck des Internets und den Darstellungsproblemen einiger älterer Browser - immer stärker einreißt.)
Ebenso kennzeichne ich verschluckte französische Vokale, statt sie mitzuschreiben, obwohl auch dies früher unüblich war und heute immer noch nicht die Regel ist. Doch die Tatsache, daß Thierry - dessen Paroles die größte französischsprachige Schlagertextsammlung im Internet darstellen - das seit einiger Zeit auch so handhabt, bestärkt mich in der Auffassung, daß dies sinnvoll und nicht nur für nicht-französische Leser eine Hilfe ist. Dagegen tun mir die Augen weh, wenn ich sehe, wie bei kreolischen Texten die Verb-Endung "er" als "é" geschrieben wird; denn da das "r" auch im Hochfranzösischen schon längst nicht mehr mitgesprochen wird, hat das keine echte Unterscheidungskraft - die Franzosen sollten mal zur Kenntnis nehmen, daß auch sie selber oft nur noch "petit nègre" sprechen, nicht nur die Eingeborenen der Karibik oder anderer französischer Exkolonien. Sei's drum, ich beuge mich hier ausnahmeweise der sinnlosen Regel (es betrifft ja nur ganz wenige Texte) - nicht dagegen der Unart, die Akzente auf Großbuchstaben wegzulassen.
Englischen Slang stelle ich nur dann als solchen dar, wenn es die Plattenfirma selber so getan hat, wie z.B. bei Slade. Ansonsten halte ich nichts davon, z.B. because "coz" statt "'cause" abzukürzen oder you are "your" statt "you're", zumal da Verwechslungsgefahr besteht. Im übrigen folge ich bei britischen Interpreten der britischen Schreibweise, bei amerikanischen der amerikanischen.
Eine Ausnahme mache ich bei den Eigennamen der Interpret[inn]en. Wer sich unbedingt mit einer falschen Transskription blamieren will - wie vor allem die Griech[inn]en -, soll das tun. Eine Ausnahme von der Ausnahme: Ich habe die Rufnamen durchgehend vor den Familiennamen genannt, wiewohl mir bewußt ist, daß das mit den Vor- und Nachnamen in einigen Ländern, wie Österreich-Ungarn, Finnland und Japan, bis heute umgekehrt gehalten wird. (Aber selbst die Bayern haben sich schon weitgehend umgestellt; dann werden das die anderen wohl auch noch schaffen ;-)

Die Reihenfolge der Texte richtet sich wie gesagt nach den deutschen Fassungen, und zwar einschließlich der Artikel (der, die, das, ein, eine, einer). Wenn es von einem ausländischen Schlager mehrere deutsche Coverversionen gibt, habe ich in der Regel die älteste genommen, die meist auch die erfolgreichste war. Nur in Ausnahmefällen, d.h. wenn die erste Version ein totaler Flop war und die andere ein Hit, habe ich die letztere vorgezogen. Die Sprachen sind alphabetisch geordnet, also: Deutsch (mit Österreichisch/Bayrisch, Friesisch/Platt, Sächsisch/Ossinesisch), Englisch, Französisch (Wallonisch, Kreolisch), Griechisch, Italienisch (Korsisch, Napolitanisch), Japanisch, Kastilianisch ("Spanisch"), Katalanisch, Malaiisch (Bahasa) Niederländisch (A.B.N., Holländisch und Maastrichter Platt, Flämisch und Antwerpener Platt), Portugiesisch (mit Galizisch), Rumänisch, Semitisch (Arabisch, Hebräisch), Skandinavisch ("Dänisch"/"Norwegisch", Isländisch, Schwedisch, Finnisch, Eesti), Slawisch (Bulgarisch, Polnisch, Russisch, Serbo-Kroatisch, Tschechisch) Türkisch, Ungarisch, Urdu/Hindi und Vietnamesisch. Titel, die im Original ein Instrumental ohne Text waren, habe ich mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet.

Zahlen (1 - 100.000)
Anfangsbuchstaben A-Al
Anfangsbuchstaben Am-Az
Anfangsbuchstaben Ba-Bi
Anfangsbuchstaben Bl-By
Anfangsbuchstabe C
Anfangsbuchstaben Da
Anfangsbuchstaben De
Anfangsbuchstaben Di
Anfangsbuchstaben Do-Dy
Anfangsbuchstaben Eb-Ei
Anfangsbuchstaben El-Ex
Anfangsbuchstabe F
Anfangsbuchstaben Ga-Ge
Anfangsbuchstaben Gi-Gw
Anfangsbuchstaben Ha
Anfangsbuchstaben He-Hy
Anfangsbuchstaben I-Ic
Anfangsbuchstaben Ih-It
Anfangsbuchstabe J
Anfangsbuchstaben Ka-Kl
Anfangsbuchstaben Ko-Ku
Anfangsbuchstaben La-Le
Anfangsbuchstaben Li-Lu
Anfangsbuchstaben Ma
Anfangsbuchstaben Me
Anfangsbuchstaben Mi-My
Anfangsbuchstaben Na-Ne
Anfangsbuchstaben Ni
Anfangsbuchstaben No-Nu
Anfangsbuchstabe O
Anfangsbuchstabe P
Anfangsbuchstabe Q
Anfangsbuchstabe R
Anfangsbuchstaben Sa-Sc
Anfangsbuchstaben Se-Si
Anfangsbuchstaben Sk-So
Anfangsbuchstaben Sp-Sy
Anfangsbuchstaben Ta-Ti
Anfangsbuchstaben To-Ty
Anfangsbuchstabe U
Anfangsbuchstabe V
Anfangsbuchstaben Wa
Anfangsbuchstaben We
Anfangsbuchstaben Wi-Wu
Anfangsbuchstaben X-Z

1