Eine Woche im Leben der Kathrin H.
Montag:
7.30 Uhr: Kaddy wühlt sich mühevoll unter ihrem Kissenberg hervor, sieht den Wecker und beschließt das Waschen mal wieder ausfallen zu lassen. Um keine unnötige Energie zu verschwenden, nimmt sie für den weiten Schulweg von ca. 100 Metern ihren geliebten Benz. Weil sie doch noch nicht ganz so spät dran ist, erwischt sie sogar noch den Parkplatz mit der kaputten Parkuhr.
9.30 Uhr: Zwei Stunden sind genug. Aufgrund der am nächsten Tag stattfindenden Bio-LK-Klausur ist eine ausgiebige Lernsession fällig- keine Zeit für Schule, auch wenn ihr dann der einstündige Blick auf Herrn Kilians schöne Hände entgeht.
20.00 Uhr: Der fünfzigste Anruf bei Cosy ist fällig, vielleicht weiß die noch irgendetwas Sinnvolles für die Spickzettel und wenn nicht könnte man ja zur Abwechslung ein wenig über Männer reden.
23.00 Uhr: Ein letzter zärtlicher Blick zu Lenny K. vorm Einschlafen und wilde Träume sind gesichert.
Dienstag:
7.50 Uhr: Zum Glück nur den Bordstein geschrammt – solange die Parkuhr noch steht alles kein Problem. Keine Zeit mehr für Kleingeldsuchen für die Parkuhr. Nachdem sie noch fünf mal betont hat, dass sie sich mit Bio absolut verwählt hat, heißt es dann doch Klausur schreiben. Na ja, ihre am ganzen Körper verteilten Spickzettel werden ihr schon weiterhelfen.
9.15 Uhr: Bei einem verträumten Blick aus dem Fenster erkennt sie mit Schrecken einen Stadtsheriff der sich ihrem heiligen Benz nähert. Nun stellt sich ihr eine elementare Frage: Strafzettel oder Klausur beenden. Nachdem schon das Auto von Herrn Römersperger mit einem Strafzettel dekoriert ist, rennt sie mit wehenden Röcken raus, um das Auto umzuparken und nach zehn Minuten wieder auf denselben Parkplatz zu stellen. Nun heißt es abwägen: Für einen Blick auf Herrn Kilians Hände gilt es die nächsten 45 Minuten bei Frau Riss durchzustehen, aber heute nimmt sie das in Kauf.
19.00 Uhr: Endlich raus aus dem Loch. Während sie sich mit ihrem Benz in Richtung Lörrach und somit zur BA-Party bewegt, ist sie sich nun vollständig sicher, dass es sich gelohnt hat, die Mittagsschule sausen zu lassen. Bloß: hat die Zeit wirklich dazu gereicht, ihr Outfit zu perfektionieren?
Mittwoch:
9.20 Uhr: In der Raucherecke: Zitat: "Ich hab `n totales Brett!" ( Anm. der Red.: Stimmt!) Nachdem sie Schmu versichert hat, dass der Zahnarzttermin in der ersten Stunde wirklich wichtig war, lässt sie sich von Cosy und Annika in Begleitung der obligatorischen Tasse Tee in Deutsch schleppen. Dort werden erst mal sämtliche News des gestrigen Abends durchdiskutiert ("Mir ist immer noch schlecht"), der nächste Abend bei der 99-Pfennig-Party geplant ("Wer fährt?"), während Frau Riss ihren ersten "lauten" Nervenzusammenbruch bekommt.
Der erste Versuch mittelfeste Nahrung zu sich zu nehmen geht natürlich leicht daneben, sprich Haselnussjoghurt auf Ordner ("Babykotze?"). Das heißt für Frau Riss: Anfall, die zweite, aber sicher nicht letzte Runde.
23.00 Uhr: Kaddys Motto des Abends: "Die Wand bin ich" oder "Ich bin einfach umwerfend" oder auch "Bacardi macht stark". Nachdem mehrere Versuche, die Bedienung mitsamt vollem Tablett in die ewigen Jagdgründe zu befördern fehlschlugen und Annika immer noch nicht vom Barhocker gefallen ist, gehen wir zum gemütlichen Teil des Abends über: Männer! Da die Anwesenden sowieso nichts taugen, findet Cosy sie auf der Damentoilette wieder und begleitet sie zum Schauplatz Tisch, unter dem sie ein "ruhiges" Plätzchen zum Meditieren findet. Da die Bacardiflasche trotz mehrmaligem Schütteln leer bleibt beschließt sie, sich auf den Heimweg zu machen und vergisst nicht, dass sie die Säule vorm Fun schon lange nicht mehr umarmt hat.
Donnerstag:
8.30 Uhr: Kaddy beschließt, dass die Sofas im OAR gemütlicher sind als Schulstühle und verbringt den Vormittag schlafend.
16.30 Uhr: Aufgrund permanenter Geldnot ist heute Arbeiten im Südkurier angesagt. Aber die Telefone sind so verlockend, dass man nicht nur Kundschaft anrufen kann , denn auch die Stimme bestimmter Männer hat sie eh schon lang nicht mehr gehört. Das Ende der Geschichte: Eine grölende Kaddy die sich unkoordiniert auf dem Boden wälzt bis eine aufgehende Tür unsanft ihren Kopf trifft.
21.00 Uhr: Happy Hour im Casa. Von Bloody Mary zu Bloody Mary wird der Pianist noch schöner, die Mädelsrunde lustiger und Kaddy zunehmend hemmungsloser. Um Kevin, dem Pianisten noch näher zu sein, zieht sie den Platz auf dem Piano einem normalen Stuhl vor, schlägt kokett die Beine übereinander und genießt die Doors-Songs.
Freitag:
7.15 Uhr: SMS an alle Handybesitzer (ALLE): "Komme heute nicht in Sport! Viel Spass!"
9.25 Uhr: Allgemeine Kaffeestunde im Journal aufgrund mangelnder Motivation ("Wer leiht mir 3.50 DM?"). Weil die Ausrede, am Zoll festgehalten worden zu sein, so langsam abgegriffen ist, geht sie doch in die Englischstunde von Frau Deck, bei der sie die ganze Zeit vertieft in ihr Buch guckt um nicht dranzukommen oder Frau Deck wegen deren Unterbrechungen während des Übersetzens anstresst. Nach dem "Wölkschiet fol tomollow" ist Mathe dann doch wirklich zuviel verlangt. Alternative: Shoppingtour durch Zürich.
17.00 Uhr: Mit mehreren Tonnen H&M Tüten beladen macht sie sich auf den Heimweg um zur Wochenendplanung überzugehen. Partytime...
Liebe Kadwoman!
Damit Dir am Wochenende nicht langweilig wird, ein paar Vorschläge:
Ououououououououououououououououououououo: weiblicher Brunftschrei, bleib wie Du bist, wir haben Dich lieb! BLUB, vergiss es einfach!!!
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Hey Süße! Ich wünsche dir ganz viel Glück für Deine Zukunft und dass alle Deine Träume in Erfüllung gehen! Ich hab‘ dich lieb! Anne PS.: Vielleicht sieht man sich ja mal in Berlin?! |