Dante Alighieri (1265-1321)


Un dì si venne a me Malinconia
e disse: "Io voglio un poco stare teco";
e parve a me ch'ella menasse seco
Dolore e Ira per sua compagnia
E io le dissi: "Parititi, va via";
ed ella mi rispose come un greco:
e ragionando a grande agio meco,
guardai e vidi Amore, che venia

vestito di novo d'un drappo nero,
e nel suo capo portava un cappello;
e certo lacrimava pur di vero.
Ed eo li dissi: "Che hai, cattivello?"
Ed el rispose: "Eo ho guai e pensero,
ché nostra donna mor, dolce fratello".

 

Sonett.

Melancholie kam eines Tags mir nahe:
    "Besuchen will ich dich," sprach sie beym Gruße.
    Mich dünkte, Schmerz und Zorn folgt' ihrem Fuße,
    Die zur Gesellschaft sie sich ausersahe.
Geh! sagt' ich, hier ist nicht, wer dich empfahe;
    Doch blieb sie taub den Worten, mir zur Buße,
    Und redete mir vor in voller Muße,
    Als ich den Gott der Liebe kommen sahe.
Er hatt' ein schwarzes Tuch um sich geschlagen,
    Das Haupt bedeckt mit einem Trauerhute,
    Und weinte, wie wer inn'gen Gram erleidet.
Was hast du, armer Kleiner? mußt ich fragen.
    Er aber sagte: Mir ist weh im Muthe,
    Denn unsre Herrin, süßer Bruder, scheidet.

Deutsch von August Wilhelm Schlegel (1804)

unsre Herrin: Beatrice

Quelle: D. Gutzen und H. Rüdiger: (Hrsg.): Übersetzungen. Nach den Erstdrucken in zeitlicher Reihenfolge herausgegeben. = Epochen der deutschen Lyrik. Hg. v. Walther Killy, Band 10. München 1977.


[zurück zum 'Sammelsurium']
[homepage] [literatur-links]

Last update: 19-03-2000
© Helmut Schulze, 2000


This page hosted by Get your own, Free Homepage

1