
Ab dem Jahre 1870 wurde versucht eine freiwillige
Feuerwehr zusammenzustellen. Dies war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, wegen des
Widerwillens gegen die damals herrschende stramme, militärische Disziplin und der
öfteren Übungen.
Auf eine Anfrage des Bezirksamtes musste der damalige Bürgermeister von Allershausen am 10.
Mai 1870 gehorsamst be- richten, "daß bis jetzt nur die Sprache von der
Gründung einer freiwilligen Feuerwehr zu Allershausen war. Es werden aber weitere
Schritte in dieser Sache geschehen, indem man vorerst die Brauchbarkeit und Tüchtigkeit
der Gemeindeglieder aus- mittelt, selbe sodann über die Nützlichkeit pp.
verständigt".
Am 26.11.1873 zeigt, unter gleichzeitiger Chargenteilung
und Vorlage der Satzung, der Bürgermeister Kaspar Schröck die Gründung
einer freiwilligen Feuerwehr dem Bezirksamt Freising an.
Allershausen, den 26. November 1873.
Der Vorstand der freiwilligen Feuerwehr Allershausen
An das
Königliche Bezirksamt Freysing
Gründung einer freiwilligen Feuerwehr in der Gemeinde Allershausen betreffend.
Nr. 50 d.21.Jänner 1874
An die Gemeindeverwaltung Allershausen
Betr. ...
Von der Errichtung einer freiwilligen Feuerwehr in Allershausen hat man befriedigende
Kenntnis genommen und folgen die vorgelegten Originalsatzungen ohne Einwendung zur
Hinausgabe an die freiwillige Feuerwehr zurück.
Hiervon ist der freiwilligen Feuerwehr sofort Kenntnis zu geben.
22. Jänner 74
gez. Unterschrift
Note Duplicat der Satzung bleibt zurück.
"Der Unterzeichnete zeigt hiermit gehorsamst an, daß hiesiger Gemeinde eine
freiwillige Feuerwehr entstanden ist.
Dieselbe besteht zur Zeit aus:
1. Dem Unterzeichneten als Vorstand
2. Den Kaminkehrermeister Kaspar Schröck als Hauptmann
3. Dem Müllermeister Raßo Schwarz als Kassier,
4. Jakob Brandmaier als Zeugwart,
5. Dem Kaminkehrergesellen Florian Kraus Steigerzugführer
6. Johann Ferstl Drechslermeister Spritzenzugführer und
7. Simon Hammerl Zugführer der Rettungsmannschaft.
8. Wildgruber Johann Zugführer der Sicherheitsmannschaft
Ferner aus circa 60 anderweitigen Mitgliedern.
Die bereits abgefaßten sind vom Verwaltungs-Rathe unterzeichnete Vereins Satzungen werden
anmit in Duple gehorsamst in Vorlage gebracht.
Der Vorstand der freiwilligen Feuerwehr und Bürgermeister der Gemeinde Allershausen.
gez. Kaspar Schröck, Kaminkehrermeister
Rasso Schwarz, Jakob Brandmayr,
Florian Kraus, J.B.Ferstl,
Simon Hammerl, Johann Wildgruber.

Diese Gründung der freiw.Feuerwehr scheint damals ein riesiger Erfolg
für den Bürgermeister gewesen zu sein, da man auch Übung und Ausbildung betrieb. Im
Jahre 1874 rückte diese freiwillige Feuerwehr mit ihrer neuen Spritze in
Windeseile im Ga- lopp nach Kirchdorf aus, um einen Brand zu bekämpfen. Dieser erste
Einsatz endete leider mit einer Riesenblamage, die die Aktivität dieser Wehr vermutlich
sehr beeinträchtigte und ihren Gegnern Wasser auf die Mühlen gab.
Mit dem Schreiben vom 25.Juni 1874 berichtete der neue Bürgermeister
Sixt auf eine grollende Anfrage des Bezirksamtes Freising, warum auf dem Brandplatze in
Kirchdorf die gemeindliche Löschmaschine versagte,"weil die Seiher (Siebe)wie es
scheint durch die Erschütterung (des fahrens) locker wurden und frei im Wasserbehälter
lagen. In der Eile übersah man das festschrauben derselben, füllte die Maschine mit
Jauche (da kein Wasser greifbar war), wodurch die Ventile verstopften".
Es muß eine niederdrückende Heimkehr für die einsatzfreudigen, von ihrer Sendung
überzeugten jungen Männer gewesen sein. Das Anwesen war niedergebrannt, die
Löschmaschine war dicht, das Bezirksamt war böse, die Feuerwehr blamiert, die Spötter
lachten ungestraft ...

Saug- und Druckpumpe vom Jahre 1888
der Firma Justus Christian Braun aus Nürnberg
Sie diente unserer Feuerwehr viele Jahre zur Brandbekämpfung in Allershausen, aber
auch der näheren und weiteren Umgebung und wurde von einem Pferdegespann an den
Einsatzort gezogen. An den Pumpenhebeln links und rechts standen jeweils mindestens 3
Mann, die über die Saugzylinder das Löschwasser ansaugten und über den Druckzylinder
einen starken Wasserstrahl erzeugten, der von einem Feuerwehrmann mittels Strahlrohr
gelenkt wurde.

Immerhin war man um die Erfahrung reicher, daß Jauche dicker ist als
Wasser! Und die prächtigen Floriansjünger gaben nicht auf! Sie zerlegten, reinigten und
putzten ihre Maschine vollständig, machten eine Wasserprobe und konnten dem Bezirksamt
drei Wochen später melden, daß die Löschmaschine mit reinem Glonnwasser (Glonn, Fluß
durch Allershausen) wieder ein- wandfrei funktionierte!

Mit dem Auffinden dieses Bildes ergibt sich nun ein Durcheinander, das
nicht geklärt werden kann, da die Unterschrift lautet:
Zur Erinnerung an das
25jährige Gründungs-Fest der freiwilligen Feuerwehr Allershausen
gegründet am 24.April 1875, gefeiert den 7.September 1902.
Damit stehen für die Gründungszeit der Freiwilligen Feuerwehr
Allershausen zwei Daten zur Verfügung: 1) der 26.November
1873 mit der Meldung des Vorstandes Kaspar Schröck (der als Vorstand und
Bürgermeister unterzeichnet), Rasso Schwarz, Jakob Brandmayr, Florian Brau, J.B. Ferstl,
Simon Hammerl und Johann Wildgruber und 2) der 24.April 1875,
der am 07.09.1902 (nach 27 Jahren!) als 25-jähriges Gründungsfest gefeiert wurde.
Man scheint sich also insgesamt nicht ganz einig gewesen zu sein, da der damalige
Bürgermeister Schröck, der es hätte wissen müssen,als Kaminkehrermeister wohl in einen
anderen Bezirk versetzt worden war.

In früherer Zeit wurde die Feuerwehr in Allershausen durch ein
Horn-Signal alarmiert, das von denen, die ein Signalhorn hatten, aufgenommen und sofort in
alle Richtungen blasend weitergegeben wurde, damit möglichst viele Helfer erreicht werden
konnten.
Der Hornbläser war im Einsatz ein wichtiger Mann, denn er gab die Befehle des
Einsatzleiters oder Kommandanten durch entsprechende Signale an die an verschiedenen
Stellen eingesetzten Feuerwehrtrupps (Steiger, Spritzenmannschaft, etc.) weiter. Jeder
Feuerwehrmann musste die Bedeutung der einzelnen Signale erkennen und danach handeln.
Der Letzte, der in Allershausen und in seinen anderen Orten auf die alte Weise bis etwa
1941 alarmierte, war der "Schmied" Peter Schmeller. Er fuhr mit seinem Motorrad
(für das er während des Krieges von der Gemeinde sogar Benzinmarken erhielt), blasend
durch Allershausen und die umgebenden Orte. Aus dieser nostalgischen Zeit ist leider nur
das Signalhorn erhalten geblieben, das im Feuerwehrhaus aufbewahrt wird.


Motorspritze aus dem Jahre 1935 der Firma Preuer
die eine Leistung von 800 Liter pro Minute hat. Diese angehängte oder aufgebockte
Spritze war noch bis etwa 1970 eingesetzt. Als englisch-amerikanische Bomberverbände zu
schweren Luftangriffen München anflogen und bombardierten waren abgeordnete Kräfte der
damaligen Feuerschutzpolizei damit tagelang im Rettungs-und Löscheinsatz in München
eingesetzt.

Fahrzeugstand ´87
Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses am 19.
September 1987.
Im Erdgeschoß befinden sich neben den Garagen die Reinigungseinrichtungen für
Schläuche und Ausrüstung, ein Lagerraum und eine Werkstatt. Im Dachgeschoß sind
Unterrichts- und Ausbildungsräume, Lager- und Büroräume, Aufenthaltsraum sowie die
Funkleit- und Führungsstelle untergebracht.

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