
Lawinen
Euro-Skala 94 Gefahrenstufen 1-5
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Gefahrenstufen
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Allg.Einschätzung.
Durchschnittliche Stabilität der Steilhänge. Typische Kennzeichen.
Vermutliche Gefahrenstellen. Häufigkeit pro Saison. |
Empfehlung
für Tourenplanung und Routenwahl. Beschränkung des Freiheitsgrades. |
| 1 |
gering |
Günstige
Verhältnisse. Gut verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge
sind gering verbreitet. Diese vereinzelten Gefahrenstellen befinden sich
vorwiegend in steilen schattigen Kammlagen mit Triebschneeansammlungen
oder in sehr steilen schattigen Waldpartien (eingeschneite Oberflächenreife). |
Die Gefahrenstellen
können meist mit geschickter Spuranlage umgangen werden. Anfänger
sollten ihre Tourentätigkeit auf diesen Gefahrengrad beschränken. |
| 2 |
mässig |
Normalfall.
Durchschnittlich verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge sind
auf der Windschattenseite ziemlich verbreitet und vereinzelt auch auf
der Windseite anzutreffen (besonders in Couloirs, Mulden und unterhalb
von Felswänden). Während rund 1/3 des Winters herrscht dieser
Gefahrengrad vor. Weil klare Alarmzeichen meist fehlen, wird er vom Tourenfahrer
eher unterschätzt! Günstige und ungünstige Anzeichen halten
sich oft die Waage. |
Da die schwachen
Hänge meist nicht mehr alle problemlos umgangen werden können,
empfiehlt sich sorgfältige Tourenplanung mit Bulletin und Karte.
Ausweichvarianten vorsehen. Selten begangene Routen mit Steilhängen
über 35 Grad ohne Ausweichmöglichkeiten in der (laut Bulletin)
ungünstigen Exposition werden mit Vorteil schon bei der Planung gemieden. |
| 3 |
erheblich |
Kritische
Situation! Unterdurchschnittlich verfestigte Schneedecke. Die schwachen
Hänge sind stark verbreitet und zahlreich und in den meisten Expositionen
anzutreffen. Spontane Schneebrettauslösungen in extrem steilen Hängen
sind die Regel und ein charakteristisches Merkmal dieses Gefahrengrades.
Auch wiederholte Wumm-Geräusche lassen auf diesen Grad schliessen.
Mehrmals pro Winter, aber in der Regel nach wenigen Tagen auf Grad 2 abklingend,
insgesamt ca. 1/5 des Winters. |
Verzicht auf selten
befahrene Steilhänge in der ungünstigen Exposition. Auf- und
Abstieg auf derselben Route wird dringend empfohlen (Verzicht auf Überschreitungen).
Auf der ganzen Tour ist optimale Spuranlage anzustreben, dabei ist vor
allem auch der Möglichkeit spontaner Abgänge aus extrem steilen
Hängen Beachtung zu schenken, die auch flacheres Gelände gefährden
können. Steilhänge bleiben erfahrenen Bergsteigern vorbehalten,
die imstande sind, die Schneedeckenstabilität an Ort und Stelle fachkundig
abzuschätzen. |
| 4 |
gross |
Akute
Gefahr! Knapp verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge
sind sehr zahlreich und in allen Expositionen anzutreffen. Fernauslösungen
sind das typische Merkmal. Spontane Schneebretter können vereinzelt
grösseres Ausmass annehmen und exponierte Verkehrsverbindungen und
Gebäude gefährden. Ein paar Tage pro Winter. |
Achtung auf Fernauslösungen
am Fusse von Steilhängen! Verzicht auf Variantenfahrten abseits der
Pisten und Verzicht auf alpine Touren abseits sicherer Routen. |
| 5 |
sehr
gross |
Katastrophenverdächtig.
Ungenügend verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge
sind in der Mehrzahl und allgemein verbreitet. Grosslawinen bis in die
Talsohlen sind zu erwarten (= Tallawinen). Nach Grossschneefällen
(mehr als 1 m), meist nur ein paar Tage andauernd. Selten. |
Nur bescheidene Ausflüge
im wenig steilen Gelände möglich: z.B. Skiwanderungen auf harmlose
Voralpenhügel und Jurahöhen. |