Skitouren

Kleine Lawinen und Wetterkunde
Das Skitourengehen findet im Gebirge und in der freien Natur statt.
Daher sollte man sich schon einiges grundlegendes Wissen über das Wetter und seine Einflüsse aneignen.
Wetterimpression im Riemenstaldental
Wetter-Stimmungsbild: Riemenstaldental mit Föhnlage

 

Folgende Gefahren können auftreten:

go Lawinen und Schneebretter
go Nebel
go Schneetreiben
go Wind und Sturm
go Blitz und Donner
go Föhn
go Gewitter und Hagel
go Kälte
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeLawinen Euro-Skala 94 Gefahrenstufen 1-5

Gefahrenstufen

Allg.Einschätzung. Durchschnittliche Stabilität der Steilhänge. Typische Kennzeichen. Vermutliche Gefahrenstellen. Häufigkeit pro Saison. Empfehlung für Tourenplanung und Routenwahl. Beschränkung des Freiheitsgrades.
1 gering Günstige Verhältnisse. Gut verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge sind gering verbreitet. Diese vereinzelten Gefahrenstellen befinden sich vorwiegend in steilen schattigen Kammlagen mit Triebschneeansammlungen oder in sehr steilen schattigen Waldpartien (eingeschneite Oberflächenreife). Die Gefahrenstellen können meist mit geschickter Spuranlage umgangen werden. Anfänger sollten ihre Tourentätigkeit auf diesen Gefahrengrad beschränken.
2 mässig Normalfall. Durchschnittlich verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge sind auf der Windschattenseite ziemlich verbreitet und vereinzelt auch auf der Windseite anzutreffen (besonders in Couloirs, Mulden und unterhalb von Felswänden). Während rund 1/3 des Winters herrscht dieser Gefahrengrad vor. Weil klare Alarmzeichen meist fehlen, wird er vom Tourenfahrer eher unterschätzt! Günstige und ungünstige Anzeichen halten sich oft die Waage. Da die schwachen Hänge meist nicht mehr alle problemlos umgangen werden können, empfiehlt sich sorgfältige Tourenplanung mit Bulletin und Karte. Ausweichvarianten vorsehen. Selten begangene Routen mit Steilhängen über 35 Grad ohne Ausweichmöglichkeiten in der (laut Bulletin) ungünstigen Exposition werden mit Vorteil schon bei der Planung gemieden.
3 erheblich Kritische Situation! Unterdurchschnittlich verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge sind stark verbreitet und zahlreich und in den meisten Expositionen anzutreffen. Spontane Schneebrettauslösungen in extrem steilen Hängen sind die Regel und ein charakteristisches Merkmal dieses Gefahrengrades. Auch wiederholte Wumm-Geräusche lassen auf diesen Grad schliessen. Mehrmals pro Winter, aber in der Regel nach wenigen Tagen auf Grad 2 abklingend, insgesamt ca. 1/5 des Winters. Verzicht auf selten befahrene Steilhänge in der ungünstigen Exposition. Auf- und Abstieg auf derselben Route wird dringend empfohlen (Verzicht auf Überschreitungen). Auf der ganzen Tour ist optimale Spuranlage anzustreben, dabei ist vor allem auch der Möglichkeit spontaner Abgänge aus extrem steilen Hängen Beachtung zu schenken, die auch flacheres Gelände gefährden können. Steilhänge bleiben erfahrenen Bergsteigern vorbehalten, die imstande sind, die Schneedeckenstabilität an Ort und Stelle fachkundig abzuschätzen.
4 gross Akute Gefahr! Knapp verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge sind sehr zahlreich und in allen Expositionen anzutreffen. Fernauslösungen sind das typische Merkmal. Spontane Schneebretter können vereinzelt grösseres Ausmass annehmen und exponierte Verkehrsverbindungen und Gebäude gefährden. Ein paar Tage pro Winter. Achtung auf Fernauslösungen am Fusse von Steilhängen! Verzicht auf Variantenfahrten abseits der Pisten und Verzicht auf alpine Touren abseits sicherer Routen.
5 sehr gross Katastrophenverdächtig. Ungenügend verfestigte Schneedecke. Die schwachen Hänge sind in der Mehrzahl und allgemein verbreitet. Grosslawinen bis in die Talsohlen sind zu erwarten (= Tallawinen). Nach Grossschneefällen (mehr als 1 m), meist nur ein paar Tage andauernd. Selten. Nur bescheidene Ausflüge im wenig steilen Gelände möglich: z.B. Skiwanderungen auf harmlose Voralpenhügel und Jurahöhen.

 
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeNebel
Bei aufziehendem Nebel sollte man in unbekanntem Gelände sofort den genauen Standort auf der Karte feststellen. Mit Hilfe dieses Standortes ist es dann auch möglich mit Anwendung von Karte, Höhenmesser und Kompass den weiteren Weg festzulegen.
Auch sollte man bei Nebel in einer Gruppe immer auf Sichtweite zueinander bleiben. So erspart man sich bei schwierigen Sicht- und Orientierungsbedingungen unnütze Suche nach Gruppenmitgliedern.

 
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeSchneetreiben
Durch Schneetreiben entsteht ein ungleichmässiger Schneedeckenaufbau. Dadurch kann abgelagerter Schnee an windgeschützten Orten beträchliche Schneebrettgefahr bedeuten.
Diese Schneeablagerung entstehen in den Alpen meist an Ost-, Nordost-, Nord- und Südosthängen.

Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeWindstärken werden wie folgt bezeichnet:
Schwach 0 bis 20 km/h
Mässig 20 bis 45 km/h
Stark 45 bis 70 km/h
Stürmisch 70 bis 110 km/h

 
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeBlitz und Donner
Man sollte hohe Erhebungen (z.B. Hohe Felsblöcke, Gipfel, Seilbahnmasten, alleinstehende Bäume usw.) meiden, da der Blitz meist am höchsten Punkt einschlägt
Metall sollte man nicht berühren und nicht in unmittelbarer Nähe deponieren
Am besten kauert man sich im Freien zusammen und hält die Füsse nahe zusammen. Als Ort empfehlenswert ist am besten eine Mulde oder Senke

 
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeFöhn
Als Föhn bezeichnet man einen speziellen Fallwind, der in den Alpen zu sehr starken Temperaturanstieg bis zu 20°Grad führen kann. Durch diese starke Temperaturschwankungen kann sich auch die Lawinengefahr sehr stark ändern und erhöhen.
Der Föhn bringt sehrtrockene Luft, dadurch ist ein sehr gute Fernsicht möglich. Weit entfernte Gegenden scheinen dem Betrachter viel klarer und näher als sonst üblich.
Bei Südföhn herrscht hier in den nördlichen Alpentälern schönes und warmes Wetter. Dafür ist im Süden z.B. im Tessin schlechtes Wetter, meist mit Niederschlägen. Über dem Alpenhauptkamm bildet sich in der Regel eine Wolkenwand.

 
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeGewitter und Hagel
Gewitter in den Bergen können kleine Rinnsale urplötzlich zu reissenden Bächen werden lassen, oder Felswege zu kaum mehr passierbaren glitschigen Pfaden werden lassen.

 
Nach oben / Top of PageNach unten zum SeitenendeKälte
Der Mensch empfindet die Temperaturen meist erst durch den Wind als Kälte.
Die Kälte ist sehr subjektiv wahrnehmbar. So empfindet man minus -20°Grad bei Windstille etwa gleich wie 0°Grad bei bei einer Windstärke von ca. 40km/h.
Rasten sollte man an windgeschützten Stellen. Nasse Kleidungsstücke sollte sofort ausgewechselt werden mit Trockenen.
Um den Körper warm zu halten empfiehlt sich besser mehrere Schichten anzuziehen als nur eine dicke Schicht.

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